Ai-aktien stottern: experten warnen vor tech-blase
Die Kurse von aktien, die mit künstlicher Intelligenz verbunden sind, signalisieren, dass Investoren vor einer Verlangsamung des Aufschwungs von Rechenzentren warnen. Der Analyst Tom Essaye von Sevens Report Research meldet eine Stilllegung der Investitionen in die Infrastruktur als den Wendepunkt, der die Dotcom-Blase beendete. Nvidia, Micron Technology und Broadcom gehören zu den Unternehmen mit unterdurchschnittlichen Bewertungen.

Ein düsteres signal für den ki-boom?
Essaye sieht in den niedrigen Bewertungen eine mögliche Warnung: Investoren beginnen, die Aussicht auf ein anhaltendes Wachstum in der KI-Branche zu hinterfragen. Während etablierte Tech-Unternehmen derzeit vergleichsweise niedrige Bewertungen aufweisen, wird dies von einigen Marktteilnehmern als Chance interpretiert – eine Einschätzung, die Essaye kritisch sieht. Er verweist auf die vergleichbaren Bedingungen zur Dotcom-Blase, als die Erwartungen an das Internet übertrieben wurden und die Investitionen in die Infrastruktur brachen.
Ein Blick auf die Kennzahlen zeigt die Diskrepanz: Der S&P 500 notiert mit einem PER (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von 21,5. Nvidia weist ein PER von 21 zu, Micron Technology 10, Broadcom 24 und SanDisk 14. Der Markt scheint den potenziellen Ertrag dieser Unternehmen zu relativieren.
Was passiert, wenn die Investitionen in KI tatsächlich nachlassen? Essaye warnt vor einem Rückgang der Nachfrage, der die Umsätze der Unternehmen, die an der Errichtung der KI-Infrastruktur beteiligt sind, erheblich beeinträchtigen könnte. Stellen Sie sich vor, GOOGL würde den Bau von zehn Rechenzentren aufgrund der hohen Kosten und der fehlenden Rentabilität abbrechen – das hätte massive Auswirkungen auf NVDA, MU und AVGO, da die Nachfrage nach Chips, Netzwerken, Speicher und Rechenleistung rapide sinken würde. Oracle zeigt diese Besorgnis deutlich: Seit Juni ist der Aktienkurs um rund 25 % gefallen, zeitgleich mit der verstärkten Investition in KI-Infrastruktur.
Essaye zieht eine Parallele zur Dotcom-Blase, die im Jahr 2000 ihren Höhepunkt erreichte. “Es war genau so, wie die Dotcom-Blase platzte”, erklärt er. “Die Leute haben sich mit dem Internet verbunden, aber es erwies sich als nicht so profitabel oder schnell, wie alle erwartet hatten. Die Investitionen in die Infrastruktur stoppten.”
Die eigentliche Gefahr liegt nicht in der Gegenwart, sondern in der Diskrepanz zwischen den Erwartungen und der Realität. Die aktuellen Bewertungen sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass der KI-Boom möglicherweise nicht so nachhaltig ist, wie zunächst angenommen.