Artemis ii: spanische ingenieure halten astronauten mit hightech-klimaanlage am leben

Madrid – Während die NASA den Start der Artemis II-Mission vorbereitet, arbeiten spanische Ingenieure fieberhaft daran, das Überleben der vier Astronauten im tiefen Weltraum zu sichern. Zwei speziell entwickelte Temperaturkontrollsysteme (TCU) von Airbus Crisa in Tres Cantos, Madrid, sollen die kritische Temperaturregulierung im Orion-Modul gewährleisten – eine Aufgabe von immenser Bedeutung, denn die Bedingungen im All sind alles andere als einladend.

Die hirnzellen der lebenserhaltung

Die hirnzellen der lebenserhaltung

Die TCUs fungieren als das „Gehirn“ hinter der Lebenserhaltung der Astronauten. Sie müssen extreme Temperaturschwankungen meistern, die von eisigen -200 Grad Celsius in Schattenbereichen bis hin zu glühenden 100 Grad Celsius in der Sonne reichen können. Jesús Ortiz, Architekt der TCUs bei Airbus Crisa, erklärte gegenüber Europa Press, dass diese Einheiten nicht nur die Temperatur innerhalb der Orion-Nave regulieren, sondern auch die Wasser- und Luftversorgung sicherstellen. Das ist mehr als nur ein Komfort; es ist eine Frage des Lebens und des Todes.

Doppelte Sicherheit für den Weltraumflug: Jede TCU ist mit über 230 Temperatursensoren ausgestattet und steuert mehr als 100 Heizungen. Zusätzlich verwalten sie die Luft- und Wasserpumpen, um eine stabile Umgebung für die Besatzung zu gewährleisten. Die kompakten Einheiten, die nur 11 Kilogramm wiegen, liefern eine Leistung von 1,4 kW – genug, um ein ganzes Haus zu beheizen. Um die Funktionalität zu gewährleisten, werden sie in einer 1.000 Quadratmeter großen Testkammer unter simulierten Weltraumbedingungen auf Herz und Nieren geprüft.

Jorge Peña, verantwortlich für die Testoperationen bei Airbus Crisa, beschreibt, wie spezielle Wärmekameras das Vakuum des Weltraums simulieren, während andere die Bedingungen in der Erdatmosphäre nachbilden. „Wir simulieren alle Temperaturschwankungen, die auftreten, wenn Orion in der Sonne ist oder im Schatten liegt“, so Peña. Der Aufwand ist enorm, denn das System muss unter allen Umständen zuverlässig funktionieren.

Die Ingenieure blicken mit gemischten Gefühlen auf den bevorstehenden Start. „Wir leben die Tage bis zum Start mit großer Erwartung, Nervosität und einem tiefen Verantwortungsbewusstsein“, gestand Ortiz. Er fügte hinzu: „Wir sind zuversichtlich, dass alles gut gehen wird. Wir hoffen, dass die Welt die hervorragende Arbeit sieht, die wir geleistet haben.“

Diese Technologie ist Teil des European Service Module (ESM), das von Airbus in Bremen unter Auftragsvergabe der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) gebaut wird. Der ESM ist entscheidend für den Transport von Astronauten in noch größere Entfernungen und für ihre sichere Rückkehr zur Erde. Dass die NASA sich für dieses Auftragnehmersystem entscheidet, markiert einen historischen Moment – zum ersten Mal vertraut eine US-amerikanische Behörde bei einer bemannten Mission einem Unternehmen außerhalb der USA mit einem so kritischen System an.