Asiensche börsen im kanalfieber – kospi und nikkei schießen in die höhe

Die globalen Finanzmärkte erwachten heute mit einem deutlichen Aufschwung, getragen von der Dynamik aus Südkorea und Japan. Sowohl der KOSPI in Seoul als auch der Nikkei in Tokio notierten mit beeindruckenden Kursgewinnen und erreichten neue historische Höchststände.

Südkorea im hype um speicherchips

Der KOSPI stieg um 2,3 Prozent auf 6.630,35 Punkte, während der Nikkei um 1,6 Prozent auf 60.652,98 Punkte zulegte. Der Optimismus rund um den Handel mit künstlicher Intelligenz und ein Bericht über eine neue Angebotsrunde des Iran am Persischen Golf befeuerten die Rallye. Vor allem die Aktien von SK Hynix profitierten von der Situation, mit einem Anstieg um mehr als 6 Prozent auf ein neues Allzeithoch. Samsung Electronics folgte mit einem Plus von 2,5 Prozent, während DeepSeek seine Aktie aufgrund des intensiven Wettbewerbs in China an Wert verlor.

Der breite MSCI EM Index erlebte einen Sprung um 1,7 Prozent und brach damit den im Februar erreichten Rekord. Die Deeskalation im Nahen Osten, vor allem durch die Verlängerung des Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran, trug zusätzlich zum positiven Sentiment bei. Auch ein Indikator für die Finanzstabilität in Schwellenländern zeigte sich leicht verbessert.

Strukturelle kräfte statt kurzfristiger schlagzeilen

Strukturelle kräfte statt kurzfristiger schlagzeilen

„Was wir hier beobachten, ist ein Aufschwung, der von strukturellen Faktoren vorangetrieben wird, und nicht von kurzfristigen Nachrichten“, erklärte Gary Tan, Portfolio Manager bei Allspring Global Investments. „Wir gehen davon aus, dass der MSCI EM Index bis Ende des Jahres schrittweise steigen wird, getragen von der starken Dynamik der Gewinne in Unternehmen, die von der KI profitieren, sowie von der anhaltenden Investition in Energie, Infrastruktur und Verteidigung.“

Rückkehr nach oben – doch risiko der konzentration lauert

Rückkehr nach oben – doch risiko der konzentration lauert

Die Aktien der Schwellenländer haben sich nach einer deutlichen Korrektur im Zuge der iranischen Konflikte spektakulär erholt. Die Gewinne an den asiatischen Märkten, die rund 76 Prozent des MSCI Index repräsentieren, trieben den Aufwärtstrend an, während Investoren wieder in Aktien von KI-Unternehmen investierten. Auch die Leitindizes von Südkorea und Taiwan erreichten neue Höchststände. Doch der Hype wirft bereits Fragen auf. Die Konzentration der Gewinne auf den Technologiebereich birgt Risiken. „Ich bin weiterhin bullish und habe von dem letzten Monat profitiert“, so Xin-Yao Ng, Fondsmanager bei Aberdeen. „Aber die steigenden Erwartungen, insbesondere im Technologiesektor, bereiten mir Sorgen.“

Zahlen sprechen lassen

Zahlen sprechen lassen

Die Performance der Schwellenländer ist dieses Jahr beeindruckend: fast 16 Prozent Kursgewinne. Das ist das Dreifache der Performance des S&P 500. Die Erwartungen für den MSCI Emerging Markets Index sind um rund 30 Prozent gestiegen, vor allem getrieben von den starken Gewinnen in Südkorea und Taiwan, die deutlich höher sind als im globalen Index mit 12 Prozent. Justin Lin, Strategieberater bei Global X ETFs Australia, prognostiziert: „Kurzfristig ist der Impuls stark. Und angesichts der typischen saisonalen Schwankungen im zweiten Quartal in China könnten die Schwellenländer ihre Ergebnisse verbessern, wenn die Gewinne positiv sind.“

Allerdings dürfte die Aufmerksamkeit angesichts der weiterhin hohen Ölpreise wieder auf die Bedenken hinsichtlich des allgemeinen Wirtschaftswachstums auf mittelfristiger und langfristiger Basis gerichtet werden.“n