Autonomes wagen falsch beraten – kunde verliert koffer und waymo schiebt die schuld ab

Ein San Francisco-Bewohner erlebte am Flughafen Mineta in San José eine Demütigung von Badischem Bahnhof-Format. Ein Waymo- selbstfahrendes Taxi ließ ihn mit seinem Gepäck im Stich – und das Unternehmen schäumt über die Runden, um jegliche Verantwortung abzuweisen.

Das problem ist nicht die technologie, sondern die fehlende intuition

Das problem ist nicht die technologie, sondern die fehlende intuition

Di Jin hatte sich auf eine kurze Fahrt zum Flughafen verlassen. Ein Standard-Trip, der mit jedem herkömmlichen Taxifahrer gelaufen wäre. Doch der autonome Wagen, ein Produkt von Waymo, reagierte nicht. Als er endlich aus dem Fahrzeug stieg, um seine Koffer aus dem Kofferraum zu holen, war der Wagen schon wieder in Bewegung – mit den Koffern im Gepäckraum. Ein unerwartetes, und für den Kunden äußerst ärgerliches Szenario.

Die Folgen waren dramatisch. Statt zur Maschine zu rennen, um seinen Flug nicht zu verpassen, sah sich Di Jin mit der Frage konfrontiert, ob er sein Gepäck opfern oder riskieren sollte, den Abflug zu verpassen. Die Reaktion des autonomen Wagens – ein schnelles, unerbittliches Abbremsen – verschlimmerte die Lage zusätzlich. Er hatte das Gefühl, in eine Art digitalem Hamsterrad zu geraten.

Die sofortige Kontaktaufnahme mit Waymo brachte kaum Trost. Der Kundendienst erklärte ihm, der Wagen sei bereits auf dem Weg in den Garagenbereich und eine Rückverfolgung sei unmöglich. Das klingt nach einem logistischen Fehler, der aber den Kunden erheblich belastete. Es ist ein trauriges Bild: Ein hochmodernes Fahrzeug, das in der Lage ist, Menschen sicher durch die Straßen zu befördern, aber völlig hilflos ist, wenn es mit einer einfachen Aufgabe wie dem Ausladen von Koffern zu kämpfen hat. Ein technologischer Fortschritt, der noch weit von der Alltagstauglichkeit entfernt ist.

Die Ablehnung, die entstandenen Kosten zu übernehmen, ist ein klarer Ausdruck der Verantwortungslosigkeit. Waymo bietet ihm entweder eine teure Expresslieferung an oder eine Abholung am Lager – beides Optionen, die ihn in eine rechtliche Auseinandersetzung stürzen könnten. Es ist, als ob ein hochgelobter Roboter plötzlich seine Programmierung vergisst und sich an einem simplen Problem nicht mehr rühren lässt. Der Clou: Waymo will nichts dafür bezahlen. Das ist mehr als nur unhöflich, es ist ein Zeichen dafür, dass die Hersteller dieser Fahrzeuge noch lange nicht bereit sind, die Konsequenzen ihres Handelns zu tragen.

Die Erfahrung von Di Jin ist nur ein kleiner Ausschnitt aus den potenziellen Problemen, die mit autonomen Taxidien einhergehen können. Während sie in der Theorie eine Revolution im Transportwesen versprechen, zeigen sie in der Praxis, dass sie noch lange nicht in der Lage sind, mit den unvorhergesehenen Situationen des realen Verkehrs umzugehen. Es ist ein Appell an die Hersteller: Es geht nicht nur um Algorithmen und Sensoren, sondern auch um menschliches Urteilsvermögen und Empathie. Sonst bleibt die selbstfahrende Revolution nur eine teure Illusion.