Bundeswehr kauft drohnen für milliarden – rheinmetall setzt auf jagdhunde der luft

Die Bundeswehr wird sich neu bewaffnen. Ein multimillionenschwerer Auftrag an Rheinmetall sieht vor, dass bis 2027 tausende sogenannte ‘Kamikaze’-Drohnen FV104 an den deutschen Auftraggeber geliefert werden. Es ist ein kühler Einschlag in die deutsche Verteidigungsstrategie.

Autonome aufklärer und angreifer: rheinmetalls fv-014 im einsatz

Das Herzstück des Vertrags ist der FV-014, ein autonomer Drohnen-Schwarm, den Rheinmetall in kürzester Zeit entwickelt hat. Die Maschine kombiniert Aufklärungs- und Angriffskapazitäten und soll der Bundeswehr ermöglichen, feindliche Kräfte schnell, präzise und kontrolliert auszuschalten. Armin Papperger, Geschäftsführer von Rheinmetall, betonte: „Wir freuen uns über das Vertrauen und werden die Massenproduktion umgehend starten.“

Doch die Drohne ist mehr als nur eine Anschlagswaffe. Der FV-014 ist mit einer 4-kg-Munitionskupplung ausgestattet und kann innerhalb von 70 Minuten Ziele aus bis zu 100 Kilometern Entfernung überwachen und dann angreifen. Ein entscheidender Faktor ist die niedrige akustische und thermische Signatur des Systems, die es auch in elektromagnetisch gestörten Umgebungen einsatzfähig macht. Die Navigation erfolgt dabei satellitengestützt.

Pentagon fordert 75 milliarden dollar – frankreichs plan läuft heiß

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Der US-Pentagon hat bereits eine Anfrage von 75 Milliarden Dollar für Drohnentechnologie gestellt – ein deutlicher Hinweis auf die strategische Bedeutung dieser Waffe. Parallel dazu intensiviert Frankreich seine eigene Drohnenoffensive und plant, seine Ausgaben in diesem Bereich auf rund 36 Milliarden Euro zu erhöhen. Die Entwicklung von Enjambre-Technologien, also die Fähigkeit, mehrere Drohnen gleichzeitig zu steuern, steht dabei im Fokus.

Die Aleta der FV-014 sollen die Manövrierfähigkeit und Reichweite verbessern und gleichzeitig die Signatur reduzieren. Ein Operator kann so theoretisch eine Vielzahl von Drohnen gleichzeitig verwalten. Die Plattform ist ursprünglich als tragbares System für Truppen gedacht, wird aber über eine intuitive Bodenstation gesteuert, die eine permanente menschliche Intervention ermöglicht. Die Entscheidungen über den Einsatz werden weiterhin vom Operator getroffen – ein wichtiger Aspekt zur Minimierung von Kollateralschäden und zum Schutz eigener Kräfte. Es ist ein Wettlauf um technologische Überlegenheit, der die deutsche Verteidigungsindustrie in den Mittelpunkt stellt.

Die Zahlen sprechen für sich: Die ersten Lieferungen der FV104 sind für das erste Halbjahr 2027 geplant. Ein erster Auftrag über rund 300 Millionen Euro brutto ist bereits aufgegeben. Weitere Aufträge in Höhe von Hunderten von Millionen Euro sind denkbar.