Burry sieht trump-wette scheitern: börsencrash als rettungsanker?
Der Hedgefonds-Manager Michael Burry, bekannt aus „The Big Short“, hat in einem Tweet eine überraschende These aufgestellt: Der Aktienmarkt sei die „Kryptonit“ von US-Präsident Donald Trump. Seine Einschätzung folgt auf die jüngsten Signale, dass Trump seine militärische Intervention im Iran abschwächen könnte.

Trump setzt auf börsenrallye – und riskiert einen rückschlag
Burry argumentiert, dass Trumps Welle der Härte gegenüber dem Iran – von einer „Revolution“ zu einem schnellen Ausstieg, bevor der Markt zu stark einbricht – auf eine politische Kalkulation hinausläuft. Diese Strategie, so Burry, ist gefährlich und hat bereits den Aktienmarkt in den letzten Wochen stark belastet. Der S&P 500 hat seit Jahresbeginn rund 6 % verloren, nachdem er kurz zuvor den Rekordwert von über 7.000 Punkten überschritten hatte.
Die Entwicklungen rund um den Konflikt zwischen den USA, dem Iran und Israel haben die Ölpreise in die Höhe getrieben. Brent-Rohöl notiert aktuell bei rund 100 Dollar pro Barrel, West Texas Intermediate bei etwa 90 Dollar. Diese Entwicklung verschärft die Inflation in den USA und könnte die Federal Reserve daran hindern, die Zinsen weiter zu senken.
Doch nicht nur der Ölpreis leidet. Auch Tech-Aktien, insbesondere im Softwarebereich, sind betroffen. Adobe beispielsweise verzeichnete seit Jahresbeginn einen Kursrückgang von fast 30 %. Experten befürchten, dass Kunden ihre Abonnements kündigen und stattdessen auf künstliche Intelligenz setzen.
Burry selbst hatte bereits zuvor auf die anfällige Natur von Trumps Politik für Marktabschwünge hingewiesen. Er bezeichnete die US-Börse als die „Kryptonit“ des Präsidenten, was bedeutet, dass sie seine politischen Pläne untergräbt. Diese Beobachtung wird von anderen Investoren geteilt, die das Verhalten Trumps bei Markteinbrüchen als „Trump Always Chickens Out“ (TACO) strategisch nutzen.
Die strategische Bedeutung des Schifffahrtsnotverkehrs durch den Irak und den Iran wird zunehmend betont. Die jüngsten Angriffe auf Energieinfrastruktur in der Region haben die bereits angespannten Lieferketten zusätzlich belastet. Die Folge: Ein deutlicher Anstieg der Rohölpreise.
Trump hatte sich bei seinem Antritt explizit dazu verpflichtet, „America First“ zu priorisieren und sich von langwierigen Konflikten wie den Kriegen im Iran und Afghanistan fernzuhalten. Seine aktuelle Politik scheint darauf abzuzielen, die kurzfristigen Vorteile eines starken Ölpreises zu nutzen, während er gleichzeitig die langfristigen Risiken für die Stabilität des Marktes ignoriert. Die Frage ist, wie lange diese Strategie noch aufgeht.
Die Zahl spricht für sich: Die US-Inflation liegt weiterhin über den Erwartungen. Das bedeutet, dass die Federal Reserve gezwungen sein könnte, länger auf eine Zinssenkung zu verzichten, was wiederum die Aktienmärkte unter Druck setzt.
Burrys Analyse ist scharfzüngig, aber die Marktbewegungen sprechen für sich. Die nächste Eskalation im Nahen Osten könnte die bereits angespannte Lage weiter verschärfen – und Trumps politische Manöver erneut auf die Probe stellen.