Digi bremse börsengang – ex-rumänisches startup gerät in turbulenzen
Die Zahlen sprechen für sich: Über 10,8 Millionen Kunden hat DIGI mittlerweile, doch der osteuropäische Telekommunikationskonzern steht vor einem massiven Scheitern seines Expansionsplans in Spanien. Die Abhängigkeit von der gemieteten Infrastruktur von Telefónica wird zum fatalen Stolperstein.
Das große fragezeichen: der kunde verlässt das unternehmen
Der ‘Churn’ – die Kundenabwanderung – nagt an DIGI. Vor allem in Spanien, wo das Unternehmen mit dem ehrgeizigen Ziel, 2026 eine bedeutende Rolle einzunehmen, plötzlich an Boden verliert. Zweifel an dem ehrgeizigen Vorhaben sind lautstark zu hören.
Die aktuelle Wirtschaftslage macht einen börsengang nur noch zum Alptraum. Seit dem iranischen Angriffskrieg sind die Aktienmärkte in die Tatüssen geraten, und auch spanische Werte sind eingebrochen – ein Teil ist um mehr als 10% gefallen. Für DIGI, das hier eine seiner wichtigsten Operationen durchführen wollte, ist das ein unüberwindbares Hindernis.

Rothschild und die verlorene zeit
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Beratungsfirma Rothschild beauftragt worden, um die Rahmenbedingungen für eine Kapitalerhöhung zu prüfen. Ein Börsengang sollte ursprünglich noch in diesem Monat stattfinden. Doch der Nahost-Konflikt hat die Pläne zunichte gemacht. Die Entscheidung ist gefallen: Die Suche nach Investoren wird vorerst vertagt. Die Banken Barclays, Santander und UBS koordinieren die geplante Umstrukturierung.
DIGI verliert nicht nur die Kontrolle über sein Image in Spanien und Europa – sein markantes blaues Logo wird zunehmend von anderen Anbietern verdrängt. Die Verantwortlichen in Bukarest haben die Uhr gestoppt. Die Marktbedingungen sind einfach noch nicht günstig genug. Die Marktwert könnte zwischen 2 und 2,4 Milliarden Euro liegen – eine Zahl, die angesichts der aktuellen Unsicherheit eher ein optimistisches Szenario darstellt.

Der preis der ungewissheit
Die Verzögerung um mehrere Wochen ist ein deutliches Zeichen der Realitätsprüfung. DIGI hat sich für eine vorsichtigere Herangehensweise entschieden. Die Entscheidung wurde offiziell an die beteiligten Banken kommuniziert. Die Börsengang ist nun für den 14. Mai verschoben. Ein Rückschlag, der die gesamte Strategie des Unternehmens in Frage stellt.

Keine hoffnung auf baldige rettung
DIGI hat sich offiziell geweigert, weitere Verzögerungen zu riskieren, doch die unmittelbare Zukunft des Unternehmens ist alles andere als rosig. Der Erfolg der geplanten Kapitalerhöhung hängt nun vollständig von der Entwicklung des Marktes ab. Und das ist im Moment alles andere als ein sicheres Unterfangen. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: DIGI muss sich neu orientieren, bevor es wieder auf Kurs kommt.”n