Dr-dos erlebt comeback: kult-betriebssystem erwacht aus der asche

Das legendäre Betriebssystem DR-DOS könnte vor einem Revival stehen. Ein unabhängiger Entwickler hat beschlossen, dieses Veteranen-System der Kommandozeile von Grund auf neu zu entwickeln – dabei aber das Erbe eines der Pioniere der Personalcomputer-Technik zu respektieren. Die Nachricht dürfte bei Retro-Computing-Fans für Aufsehen sorgen.

Neuester dr-dos-entwurf setzt auf reinheit und originalität

DR-DOS war in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren einer der Hauptkonkurrenten von MS-DOS auf dem Markt für Betriebssysteme für den PC. Nach einer Phase der Vernachlässigung erlebt das Projekt nun eine Wiederbelebung, nachdem eine kleine Firma, Whitehorn Ltd. Co., die geistigen Eigentumsrechte erworben hat. Das Unternehmen, bestehend aus einem einzelnen Entwickler, hat die Entwicklung einer neuen Version namens DR-DOS 9.0 angekündigt.

Das Projekt zielt darauf ab, das System vollständig von Grund auf neu unter Verwendung der Assemblersprache zu rekonstruieren, ohne vorhandenen Code oder Quellcode aus Open-Source-Projekten zu wiederverwenden. Ein besonderes Anliegen ist dabei die Ehrung von Gary Kildall, einer Schlüsselfigur in den frühen Tagen des Personal Computing. Laut der Projektwebsite bot DR-DOS bereits 1988 technische Vorteile gegenüber MS-DOS.

DR-DOS 9 positioniert sich als Implementierung „ohne Legacy-Last“ und richtet sich insbesondere an Programmierer, Retrocomputing-Enthusiasten und Liebhaber der klassischen Informatik. Der Entwickler betonte auf Reddit, dass DR-DOS 9 keinen Code anderer Systeme oder alter Implementierungen von DOS enthält. Stattdessen wird das gesamte System gemäß den ursprünglichen Spezifikationen neu aufgebaut.

Der Entwickler besitzt zudem die Marken- und geistigen Eigentumsrechte am Namen DR-DOS und betont, dass es sich bei dem Projekt um „echtes DR-DOS“ handelt und nicht um einen einfachen Klone oder spirituellen Nachfolger. Der technische Ansatz basiert auf einer vollständigen Rekonstruktion des Systems in Assemblersprache. Die zukünftige Version ist für Liebhaber klassischer Software sowie für Entwickler interessant, die sich für Low-Level-Programmierung begeistern.

Das System könnte auch für Bildungszwecke genutzt werden, beispielsweise als Plattform zum Studium klassischer Betriebssysteme, zum Testen der Kompatibilität mit alter Software oder zum Experimentieren mit Debugging-Tools. Aktuell befindet sich DR-DOS 9 in der Entwicklungsphase mit Beta-Versionen. Es benötigt mindestens einen 32-Bit-Prozessor der 386er-Klasse und 2 MB Arbeitsspeicher und soll problemlos auf virtuellen Maschinen oder Emulatoren laufen. Der Entwickler hat bereits einige klassische Spiele der Ära wie Doom oder Warcraft in dieser Umgebung getestet.

Die Rückkehr von DR-DOS ist mehr als nur ein nostalgischer Rückblick. Sie eröffnet neue Möglichkeiten für die Erforschung der Grundlagen der modernen Informatik und bietet eine Plattform für Entwickler, die das Verständnis von Systemen auf Hardwareebene vertiefen möchten. Und während die meisten sich auf die neuesten Cloud-Technologien konzentrieren, zeigt dieses Projekt, dass es in der Wiederbelebung von Klassikern auch eine wichtige Rolle spielt.