Github-alarm: cyberkriminelle nutzen gefälschte projekte für malware-angriffe
Ein neuer, gefährlicher Trend macht die Runde in der Welt der Open-Source-Entwicklung: Cyberkriminelle nutzen gefälschte GitHub-Repositories, um Schadsoftware zu verbreiten. Die Plattform, die für Entwickler weltweit zur zentralen Anlaufstelle für Code-Sharing und -Verwaltung geworden ist, wird so zu einem Hotspot für Angriffe.
Gefälschte software lockt nutzer in den tod
Wie Sicherheitsfirma Arctic Wolf herausgefunden hat, wurden 292 falsche Repositories auf GitHub eingesetzt, um legale Programme wie WinRAR, Malwarebytes, Postman und Krita zu imitieren. Nutzer, die diese gefälschten Projekte herunterladen und installieren, riskieren, ihre Systeme mit Malware zu infizieren, ohne es überhaupt zu bemerken.
Die Angreifer verwenden ausgeklügelte Taktiken, um das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen. Die gefälschten Repositories enthalten beispielsweise README-Dateien mit Links zu Seiten, die Schadsoftware verbreiten. Diese Seiten ahmen die visuellen Elemente, Logos und Schaltflächen der jeweiligen Unternehmen nach, um die Nutzer zu täuschen und sie dazu zu bringen, die Infektion selbst auszuführen.

Schadcode im detail: ein system-killervirus
Die Malware, die über diese gefälschten Repositories verbreitet wird, ist besonders gefährlich. Sie ist Teil der Familie BoryptGrab und dient dazu, sensible Daten wie Passwörter, Cookies, Zahlungsinformationen und Daten aus über 19 Webbrowser zu stehlen. Darüber hinaus werden auch Daten aus 32 Kryptowährungs-Wallets, E-Mail-Konten und Messaging-Apps wie Telegram und Discord erbeutet.
Der Angriff funktioniert durch die Injektion von Code direkt in den Browserprozess – selbst bei Apps, die auf Chrome basieren. Die Angreifer umgehen sogar Verschlüsselungsmethoden. Ein zentrales Element des Angriffs ist ein großes ZIP-Archiv, das regelmäßig seinen Inhalt ändert. Innerhalb des Archivs befindet sich eine modifizierte Version von libcurl.dll und eine gefälschte Kopie von WinGUP, die den Namen des legitimen Programms trägt, das es imitieren soll.

Vorsicht ist geboten: so schützen sie sich
Experten raten dringend, vor dem Herunterladen und Installieren von Software auf GitHub immer die Authentizität der Projekte zu überprüfen. Nur von offiziellen Quellen heruntergeladene Dateien sollten vertraut werden. Microsoft Defender in Windows 11 ist anfällig für einen Fehler, der es Angreifern ermöglichen könnte, das gesamte System zu überschreiben. Die Arctic Wolf-Forscher vermuten, dass die Angreifer aus Russland agieren und das Ziel haben, durch kostengünstige Methoden Schaden anzurichten.
Die Entwickler von GitHub arbeiten bereits daran, die betroffenen Repositories zu entfernen, aber Nutzer sollten wachsam bleiben und sich der Risiken bewusst sein. Die Gefahr ist real und erfordert ein hohes Maß an Vorsicht. Die aktuelle Situation zeigt deutlich: Auch in der Welt der digitalen Sicherheit gilt: Wer einmal misstrauisch ist, ist halb gerettet.