Intelligente brillen: überwachung im öffentlichen raum? app warnt vor kameras

Intelligente Brillen werden immer häufiger sichtbar. Doch was steckt wirklich dahinter? Viele Modelle sind mit Kameras, Mikrofonen und ständiger Mobilfunkverbindung ausgestattet – eine Entwicklung, die die Privatsphäre in Frage stellt.

Nearby glasses: app soll vor versteckten kameras warnen

Nearby glasses: app soll vor versteckten kameras warnen

Die Besorgnis wächst: Wer beobachtet, wenn man beobachtet wird? Eine neue App namens Nearby Glasses versucht, dieser Unsicherheit entgegenzuwirken. Entwickelt von Yves Jeanrenaud, soll sie Nutzerinnen und Nutzer warnen, wenn sich in ihrer Nähe möglicherweise eine intelligente Brille befindet, die Videos aufnimmt oder Fotos macht.

Die App analysiert Bluetooth-Signale, um Geräte zu identifizieren, die mit intelligenten Brillen kompatibel sind. Aktuell funktioniert Nearby Glasses ausschließlich auf Android-Geräten. Sie scannt Bluetooth Low Energy-Signale und zeigt eine Warnung an, wenn ein bekanntes Gerät in Reichweite ist – etwa Ray-Ban Meta smart glasses oder Snap Spectacles.

Doch die Technologie ist nicht unfehlbar. Die App kann nicht feststellen, ob eine Brille tatsächlich aktiv ist, sondern nur, ob ein kompatibles Gerät in der Nähe ist. Falsche Positive sind möglich, wenn andere Geräte ähnliche Identifikatoren verwenden. Außerdem ist die Reichweite begrenzt – etwa 3 bis 15 Meter, abhängig von der Umgebung.

Die App ist ein interessanter Schritt, wirft aber Fragen auf. Sie bietet lediglich eine Information, keine Garantie. Die zunehmende Verbreitung von smarten Brillen verschwimmen die Grenzen zwischen normaler Brille und Überwachungstechnik. Diese Entwicklung zwingt uns, neu über Privatsphäre im öffentlichen Raum nachzudenken. Die App zeigt, wie die Wearable-Technologie die Regeln verändert – und dass wir erst am Anfang einer neuen Ära stehen.