Iran-konflikt: wasserknappheit verschärft energie-angriffe
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist in seine zweite Woche getreten, und die Folgen drohen weitreichend zu werden. Während die globale Wirtschaft bereits unter den Angriffen im Nahen Osten leidet, droht nun auch eine weitere Bedrohung: die Wasserversorgung. Die Lage in Teheran ist kritisch, und die Infrastruktur für die Wasseraufbereitung steht unter wachsendem Druck.
Angriffe auf energieinfrastruktur gefährden wasserversorgung und datenzentren
Seit November kämpft Teheran mit einer schweren Wasserknappheit. Bloomberg berichtet, dass die Stadt kurz vor dem sogenannten „Null-Tages-Wasserstand“ stand, eine Situation, die Präsident Masoud Pezeshkian zuvor öffentlich gemacht hatte. Die Wasserreserven, die rund 9 Millionen Menschen versorgen, trocknen aus. Ohne schnellen Regen wären Evakuierungen unvermeidlich gewesen.
Besonders verwundbar sind die Einrichtungen zur Wasseraufbereitung, da sie oft in der Nähe von Kraftwerken liegen. Diese Abhängigkeit von Energie macht sie zu attraktiven Zielen für Angriffe. Die Wiederherstellung einer zerstörten Aufbereitungsanlage kann Jahre dauern und erfordert komplexe und teure Technologien.
Die Wasserproblematik ist jedoch nicht auf die Wüstenstaaten des Golfs beschränkt. Die Region setzt zunehmend auf Entsalzung, um ihre Wasserversorgung zu sichern – ein wichtiger Schritt, um sich als Handels- und Tourismuszentren zu etablieren, die Luxusangebote wie Golfplätze und Indoor-Skiamen beherbergen.
Iran ist zwar weniger auf Entsalzung angewiesen, da er hauptsächlich auf Flüsse, Stauseen und Grundwasser setzt, aber die Entsalzungsanlagen produzieren etwa 90 % des Trinkwassers in Kuwait, 86 % in Oman, 70 % in Saudi-Arabien und 42 % in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Abhängigkeit von diesen Anlagen macht die Region äußerst anfällig.
Die Investitionen in Datenzentren in der Region steigen rasant. Microsoft plant beispielsweise Investitionen von 15,2 Milliarden US-Dollar in den Vereinigten Arabischen Emiraten bis 2029. Amazon Web Services kündigte Investitionen von über 5,3 Milliarden US-Dollar für eine neue Datenzentrumsregion an. Google Cloud und der Public Investment Fund Saudi Arabiens haben ebenfalls Investitionen in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar angekündigt, und Oracle plant eine Expansion seiner Cloud-Infrastruktur in Saudi-Arabien mit 1,5 Milliarden US-Dollar.
Datenzentren sind enorme Wasserverbraucher. Laut der Internationalen Energieagentur verbrauchen sie 1,5 % bis 2 % der weltweiten Elektrizität – die Nachfrage soll bis 2030 verdoppelt werden. Ein großes Rechenzentrum kann täglich bis zu 19 Millionen Liter Wasser verbrauchen, was dem Verbrauch einer Stadt mit 50.000 Einwohnern entspricht. Iran gehört zu den 14 Ländern mit dem höchsten Wasserstress weltweit.
Der Konflikt stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Funktionsfähigkeit von Cloud-Diensten und die Entwicklung der künstlichen Intelligenz dar. Eine zuverlässige Wasserversorgung ist ebenso wichtig wie eine ausreichende Energieversorgung – eine Erkenntnis, die die strategische Bedeutung der Region für die digitale Zukunft unterstreicht. Die Folgen dieses Konflikts werden weit über den militärischen Bereich hinausgehen.