Joby aviation testet elektrische taxis in new york – ein neuer blick auf den stadtverkehr?
New York City erlebt
einen ersten, wenn auch vorsichtigen, Schritt in die Zukunft des urbanen Transports. Joby Aviation hat diese Woche eine Reihe von Testflügen mit seinen elektrischen Flugtaxis zwischen dem JFK-Flughafen und Manhattan durchgeführt. Die Demonstration zielt darauf ab, die Geräuscharmut und emissionsfreie Technologie der eVTOL-Vehikel zu präsentieren – eine dringende Notwendigkeit angesichts der notorisch hohen Lärmbelastung in der Stadt.Pilotprojekt im herzen der finanzwelt
Der Flug, der von einem Hubschrauberlandeplatz im Stadtzentrum gestartet wurde, markiert den ersten direkten elektrischen Flug eines solchen Fahrzeugs in New York. Joby nutzt dabei bestehende Helikopterrouten von Blade Urban Air Mobility, einer Tochtergesellschaft, um die Integration in das Luftraummanagement zu erleichtern. Die Testflüge, ohne Passagiere, sind Teil eines neuen Bundesprogramms, das die Einführung von Flugtaxis in den US-amerikanischen Luftraum beschleunigen soll.
Ziel: Uber-PreisniveauDas Unternehmen plant, im Laufe des zweiten Halbjahres 2024 die kommerzielle Nutzung in New York, Texas und Florida zu starten. CEO JoeBen Bevirt gibt zu verstehen, dass die Zertifizierung durch die FAA (Federal Aviation Administration) noch aussteht, doch frühere Verzögerungen wurden bereits überwunden. Joby strebt an, die Kosten für die kurzstreckenförmige Fortbewegung mit den Taxis bis zu denen von Uber zu senken – also zwischen fünf und zehn Mal schneller und sicherer als mit Helikoptern oder herkömmlichen Autos.

Lärmbelastung: ein wachsendes problem
Die Initiative kommt gerade recht, da die Lärmbelastung durch Helikopter in New York in den letzten Jahren dramatisch zugenommen hat. Im Jahr 2023 meldeten die Bürger 59.000 Beschwerden über den Lärm, ein deutliches Kontrast zu den 3.300 Anrufen im Jahr 2019. Die Sicherheit von Helikoptern steht seit einem tragischen Unfall im Vorjahr ebenfalls im Fokus.
Innovation und TechnologieJoby Aviation setzt dabei auf eine hohe Redundanz der Flugsysteme, einschließlich sechs rotierenden Propeller, die jeweils von zwei elektrischen Motoren angetrieben werden und von drei unabhängigen Flugcomputern gesteuert werden. Paul Sciarra, Geschäftsführer von Joby, betont, dass die Flugzeuge „hundertmal leiser“ sind als Helikopter. Statt des charakteristischen, schmetternden Geräuschs eines Hubschraubers soll das Joby-Flugzeug eher ein „Flüstern“ erzeugen, das sich schnell in der Umgebung auflöst. Das US-Verkehrsministerium hat bereits in diesem Jahr Unternehmen wie Joby zur Teilnahme an Pilotprogrammen ausgewählt, um die Entwicklung der notwendigen Infrastruktur zu unterstützen.
Ein Blick in die Zukunft – und eine WarnungRob Wiesenthal von Blade unterstreicht, dass herkömmliche Helikopter primär für militärische, petrochemische und öffentliche Dienstleistungen konzipiert wurden und nicht für den Passagiertransport. Joby Aviation versucht, mit seinen elektrischen Taxis eine neue Ära des urbanen Transports einzuleiten – ein Wettlauf gegen die Zeit, um die Stadt von der Lärmbelästigung und den Sicherheitsrisiken herkömmlicher Flugzeuge zu befreien. Die realistischen Erwartungen an diese Technologie sind jedoch entscheidend für ihren Erfolg.