Ki-boom? programmierer bleiben gefragt – studie entlarvt düstere vorhersagen
Die Euphorie um Chatbots wie ChatGPT, Copilot, Claude und Gemini ist verflogen. Längst kursierten Spekulationen, dass diese Algorithmen die Programmierung obsolet machen würden. Doch die Realität sieht völlig anders aus – und widerlegt die apokalyptischen Prognosen zutiefst.
Entgegenre die ki-apokalypse: programmierer im aufwind
Die Jobangebote und die Veränderungen in den Silicon Valley-Giganten beweisen das: Entwickler werden heute stärker nachgefragt denn je. Selbst Microsoft, einer der größten Investoren im Bereich Künstliche Intelligenz, liefert das beste Beispiel. Trotz massiver Entlassungen, die oft mit der Automatisierung als Vorwand begründet wurden, hält sich der Bedarf an technischen Experten überraschend gut.
Eine Analyse von SignalFire, die Millionen von Mitarbeitern in über 80 Millionen Unternehmen und mehr als 650 Millionen Menschen untersucht hat, kommt zu dem erschreckenden Ergebnis: Softwareentwicklung war im Jahr 2025 die unangefochten am stärksten widerstandsfähige Berufsbezeichnung. Yann LeCun, der Pate der KI, warnt sogar vor einem ‘sicheren Hafen’ – eine kluge Strategie angesichts der drohenden Überlastung.

25% Weniger neueinstellungen, 11% weniger programmierer
Während die Neueinstellungen in den großen Technologieunternehmen im Vergleich zu 2019 um 25% eingebrochen sind, sanken die Einstellungen von Ingenieuren nur um 11%. Diese Diskrepanz ist frappierend. Wie der Bericht von SignalFire betont, ist der weitverbreitete Glaube an einen KI-bedingten ‘Kodex-Apokalypse’ schlichtweg falsch.
Im Jahr 2025 stellten Entwickler mit 55% den Großteil der neuen Einstellungen bei Unternehmen wie Alphabet, Meta, Apple, Amazon, Netflix, Nvidia und Microsoft dar – ein Anstieg von 46% im Jahr 2019. Dieser Trend deutet auf eine fundamentale Verschiebung hin: Die KI verstärkt den Wert von menschlichen Ingenieuren, anstatt sie zu ersetzen.

‘Regurgitator von bereits existierendem code’
Der Programmierer, der sich auf Python spezialisiert hat, warnt eindringlich: “Führe diesen Code nicht aus, geh weg, denn da lauert eine Falle!” Die Wahrheit ist, dass die KI kaum mehr als ein ‘Regurgitator’ bereits existierender Code ist, wie es der TypeScript-Schöpfer Anders Hejlsberg treffend formuliert hat. Peter McCrory von Anthropic räumt ein, dass die erwarteten Effekte der KI noch nicht spürbar sind. Jensen Huang, CEO von Nvidia, hingegen bekräftigt seine Vision: ‘Die KI wird nicht die Ingenieurpositionen zerstören, sondern die Ingenieure noch produktiver machen.’
Die Geschwindigkeit der Arbeit erhöht sich, die Komplexität wird vereinfacht, aber die unendlichen To-Do-Listen der Unternehmen und ihre zukünftigen Projekte sind – sagen wir – unbegrenzt. Es gibt immer etwas Neues zu entwerfen, einen Fehler zu beheben oder eine Plattform zu verbessern. Die Technologiebranche ist in einem ständigen Zustand der Innovation.