Ki-pionier lecun holt 1 milliarde dollar für neues unternehmen
Während die Welt angesichts der Eskalation im Nahen Osten atemlos innehält, vollzieht sich in Europa ein technologischer Durchbruch: Die junge Firma Advanced Machine Intelligence (AMI) sichert sich in einer Serie-Finanzierungsrunde über 1 Milliarde US-Dollar – die bisher größte in Europa.
Yann lecun setzt auf verständnis statt mustererkennung
Die Bewertung der Startup liegt bei beeindruckenden 3,5 Milliarden Dollar. Der Gründer von AMI ist keine Unbekannte: Yann LeCun, gelten als einer der Vordenker der Künstlichen Intelligenz. Er entwickelte bahnbrechende Algorithmen, die moderne Chatbots und Bilderkennung ermöglichten. Lange Jahre leitete der französische Informatiker die ki-Forschung bei Meta. Doch seit seinem Ausscheiden im Jahr 2023 ist er ein ausgesprochener Kritiker großer Sprachmodelle.
Sein Ansatz bei AMI ist radikal anders: LeCun will eine ki schaffen, die die physische Welt versteht. Er argumentiert, dass Systeme, die primär mit Text trainiert wurden, menschliches Denken nicht erreichen können. „Das Ziel ist ein universelles Intelligenzsystem, das von Haushaltsrobotern bis hin zu selbstfahrenden Autos reichen kann“, erklärt der Turing-Preisträger.
AMI plant zunächst keine Produkte für Endverbraucher. Der Fokus liegt auf Forschung und Entwicklung, bevor Kooperationen mit großen Unternehmen folgen sollen. Die Firma hat ihren Sitz in Paris. LeCun verzichtete bewusst auf einen Standort in Silicon Valley, da dort die Aufmerksamkeit und das Kapital der LLM-Forschung konzentriert sind. Zu den Investoren gehören jedoch Schwergewichte wie Nvidia, Samsung Electronics und Venture-Capital-Gesellschaften wie Bezos Expeditions und HV Capital.
AMI richtet sich an Industrien, die ki für die Herstellung physischer Güter benötigen – Automobil, Luft- und Raumfahrt und Pharmazeutik. Gespräche mit Meta über mögliche Anwendungen der AMI-Technologie in deren Wearables sind ebenfalls im Gange. LeCun hat auch bereits mit anderen Startups zusammengearbeitet, darunter der OpenAI-Konkurrent Mistral.
Ein interessanter Aspekt: Ein Investor ist eine Tochtergesellschaft des Flugzeugbauer Dassault Aviation. LeCun, ein ausgesprochener Kritiker von Donald Trump, betont, dass politische Entscheidungsträger die Nutzung von ki im Militär regulieren sollten – nicht Forscher und Unternehmen. „Ich fühle mich nicht legitimiert, zu entscheiden, was die Gesellschaft mit der Technologie tun soll, die wir entwickeln“, so LeCun.
Alexandre LeBrun, ehemaliger CEO von Nabla, wird AMI als Geschäftsführer führen. Laurent Solly, früherer Meta-Vizepräsident für Europa, verstärkt das Unternehmen als Chief Operating Officer. Diese Finanzierungsrunde ist eine der größten in der europäischen ki-Geschichte und ein weiteres Zeichen dafür, dass Spitzenkräfte der Branche nach dem Schritt aus großen Konzernen hohe Investitionen für eigene Forschungsinitiativen erhalten.
Die Technologie könnte in einigen Bereichen schon bald in Konsumprodukten auftauchen, abhängig vom Fortschritt der Forschung. Die Aussage des französischen Informatikers ist mehr als nur ein finanzieller Erfolg; sie ist ein klares Bekenntnis zu einer anderen Richtung in der KI-Entwicklung.
Die Frage ist nicht
, ob diese Entwicklung kommt – sie ist bereits im Gange. Der Wettbewerb um die nächste Generation der Künstlichen Intelligenz wird sich durch diese Investition weiter intensivieren.