Kraken unter extortion-drohung – kundendaten gefährdet!

Ein Cyberangriff hat den deutschen Krypto-Broker Kraken in einen Albtraum gestürzt. Ein kriminelles Team droht, sensible Kundendaten preiszugeben, ohne dass die Gelder der Kunden tatsächlich gefährdet waren.

Verstörende details: fotos aus kundenbetreuung

Nick Percoco, Sicherheitschef von Kraken, bestätigte auf X, dass lediglich eingeschränkte Informationen von einigen Kunden – Namen und Adressen – möglicherweise kompromittiert wurden. Diese Daten stammen aus Fotos und Videos, die Mitarbeiter der Kundenbetreuung während zweier Vorfälle im Jahr 2025 und Anfang dieses Jahres erstellt hatten. Kraken informierte rund 2.000 Kunden über die potenzielle Gefährdung und riet zu Vorsicht bei Kontaktaufnahmen.

Payward, der Betreiber von Kraken mit Sitz in Cheyenne, Wyoming, hat sich zu den Details der Datenoffenlegung bislang nicht geäußert. Die Vorfälle unterstreichen die wachsende Anfälligkeit von Krypto-Plattformen gegenüber menschlichem Versagen.

Langsame reaktion, schnelle eskalation

Langsame reaktion, schnelle eskalation

Die Cyberkriminalität zielt zunehmend auf das Personal in den Servicebereichen von Krypto-Brokern ab. Der Vorfall bei Coinbase im Jahr 2023, bei dem Hacker Mitarbeiter bestochen haben, um Kundendaten zu stehlen und ein Lösegeld von 20 Millionen Dollar zu fordern, zeigt diese Entwicklung deutlich. Kraken hatte damals erfolgreich den Angriff abgewehrt. Doch die aktuelle Extortion-Drohung deutet auf eine neue Taktik hin: den Faktor Mensch als Schwachstelle auszunutzen.

Föderale ermittlungen laufen

Föderale ermittlungen laufen

„Wir arbeiten eng mit den Bundesanwaltschaften in verschiedenen Rechtsordnungen zusammen, um alle Beteiligten zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen“, erklärte Percoco auf X. Die Extortion erfolgt inmitten einer schwierigen Phase für den Krypto-Markt, in dem der Bitcoin seit Oktober um über 40 % an Wert verloren hat. Die Börsengänge vieler Konkurrenten im vergangenen Jahr und die bevorstehende Börsengang von Kraken spiegeln die zunehmenden Ängste der Anleger wider, Opfer von Kriminellen zu werden. Die Zunahme von physischen Angriffen – sogenannte „Key-Handover“-Angriffe – ist in den letzten Monaten deutlich gestiegen, wie Chainalysis analysiert hat.

Die Situation ist alarmierend. Kraken ist nicht nur mit den rechtlichen Konsequenzen konfrontiert, sondern auch mit einem massiven Vertrauensverlust. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie die Plattform und ihre Kunden mit dieser Krise umgehen.”n