Legionarios: mehr als nur ein soldat – eine geschichte von ehre und tod
Die Legion, eine Elitetruppe des spanischen Heeres, feiert in diesem Jahr ein Jahrhundert Bestehen. Gegründet 1920 zur Bekämpfung der Rif-Kriege, hat sie sich zu einer Ikone der Tapferkeit und Disziplin entwickelt – und zu einer Einheit, deren Name untrennbar mit den härtesten Schlachten und einer einzigartigen Kultur verbunden ist.
Von der rif-front bis in die gegenwart: ein jahrhundert des kampfes
Die Ursprünge der Legion liegen in der Notwendigkeit, die Verluste im Rifkrieg zu kompensieren und die öffentliche Meinung zu beruhigen. König Alfonso XIII. erließ am 28. Januar 1920 ein Königliches Dekret, das die Gründung des „Tercio de Extranjeros“ anordnete, unter dem Kommando von Colonel Millán-Astray. Ziel war es, eine militärische Einheit mit ausländischen Freiwilligen zu schaffen, die bereit war, die Härten des Krieges zu ertragen. Was als schnelle Lösung begann, wurde zu einer dauerhaften Institution.
Die Legion hat seitdem in zahlreichen Konflikten gekämpft – von Bosnien und Serbien über Libanon und Afghanistan bis hin zu Mali und Kongo. Über 4.000 Einsätze sprechen für Bände. Dabei ist der „Espíritu de la Muerte“ – der Geist des Todes – ein prägendes Element der Legionärs-Mentalität. Ein Spiegelbild dieser Philosophie findet sich in der Figur des „Novio de la Muerte“, dem „Freund des Todes“, einem Legionär, der kurz vor seinem Tod einen Brief hinterließ, der zu einem der bekanntesten Lieder der Einheit wurde.

Struktur und traditionen: mehr als nur eine armee
Mit Hauptquartier in Almería, wo sich die „Brigada Rey Alfonso XIII“ befindet, ist die Legion in vier Tercio (Regimenter) unterteilt: das Tercio „Gran Capitán“ in Melilla, das „Duque de Alba“ in Ceuta, das „Don Juan de Austria“ in Viator (Almería) und das „Alejandro Farnesio“ in Ronda (Málaga). Diese Tercio sind wiederum in Banderas (Batallone) unterteilt. Ein besonderes Merkmal der Legion sind ihre Traditionen, darunter die Begleitung durch den „Cristo de la Buena Muerte“ – den Christus des guten Todes – seit 1928, ein Zeichen des Glaubens und der Hoffnung inmitten des Kampfes.
Ein faszinierendes Detail: Die Legionäre werden umgangssprachlich als „Lejías“ bezeichnet, ein Ausdruck, der im Gegensatz zur „Brillantinas“ steht, der Bezeichnung für die Paratrooper, eine Rivalität, die sich in der Pflege der Uniform und der Disziplin manifestiert. Auch der „Chapiri“, der charakteristische Hut der Legionäre, ist ein historisches Relikt, inspiriert von den „Isabelinos“ der Zeit Königin Isabel II.

Der kodex der legion: bushido im spanischen gewand
Der „Credo Legionario“ – der Legionärskodex – ist stark vom Bushido, dem Ehrenkodex der Samurai, beeinflusst. Millán Astray, ein Bewunderer der japanischen Kriegerkultur, übersetzte den Kodex ins Spanische und prägte damit die Werte der Legion. Dazu gehören unbedingter Kampfgeist, Kameradschaft, Freundschaft, Opferbereitschaft, Disziplin und die Überzeugung, dass der Tod im Kampf die höchste Ehre ist. Diese Prinzipien prägen das Selbstverständnis der Legionäre bis heute.
Und dann gibt es da noch die ungewöhnliche Mascotte: Nicht nur eine Ziege, sondern eine ganze Tradition. Die erste Mascotte war eine Hühnchen, dann folgten Ziegen, Borger, Papageien, Affen, Wildschweine und sogar ein Bär namens ‘Magán‘. Heute ist Golfa, eine Ziege, die heimlich aus dem Kosovo mitgebracht wurde, das Gesicht der Legion.
Die Legion ist mehr als nur eine militärische Einheit – sie ist ein Symbol für Tapferkeit, Opferbereitschaft und eine einzigartige Kultur, die über ein Jahrhundert hinweg Generationen von Soldaten geprägt hat. Ihre Geschichte ist eine Geschichte von Blut, Schweiß und Tränen, aber auch von Ehre und Stolz.