Linux-kernel 7.0: torvalds kritisiert – chaos um release 2026?

Der Kernel-Entwickler Linus Torvalds zeigt sich frustriert über den aktuellen Stand der Entwicklung von Linux 7.0. Trotz vieler Verbesserungen und wichtiger Fehlerbehebungen gibt es weiterhin erhebliche Probleme, die das geplante Release im April 2026 gefährden könnten.

Chaos bei linux 7.0: torvalds äußert bedenken

Die neue Version des weit verbreiteten Betriebssystems, die seit über 30 Jahren von Linus Torvalds vorangetrieben wird, steht vor großen Herausforderungen. Die Veröffentlichung von Linux 7.0-rc3 löste bereits erste Alarmglocken aus, und die nachfolgenden Versionen (RC4) verstärkten diese Bedenken. Torvalds selbst drückt seine Enttäuschung aus: "Ich hatte gehofft, dass sich die Dinge beruhigen würden, aber das war nicht der Fall."

Die ersten drei Release-Candidaten waren bereits ungewöhnlich groß, aber die RC4 erfordert nun eine Flut von Patches. "Es sah einige Tage lang ruhig aus, dann kam der Donnerstag mit Networking und am Freitag schickten alle ihre wöchentliche Arbeit ab", kommentiert Torvalds. Während Linux 7.0-rc4 keine drastischen Änderungen für Endnutzer mit sich bringt, beinhaltet es wichtige Verbesserungen im Hintergrund. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Scheduler (mm/cid), der seit Monaten in der Entwicklung ist und bereits Probleme verursachte. Diese Version behebt seltene Fehler mit vfork(), CLONE_VM und Bedingungen, die bei starker Prozessauslastung zu Systemabstürzen führen konnten. Auch für AMDs RDNA4-GPUs gibt es Verbesserungen: Nach intensiven Belastungen wie KI-Inferenzen (Llama.cpp) oder rechenintensiven Aufgaben blieben die Karten zuvor in falschen Energiezuständen hängen und verbrauchten unnötig viel Strom. Diese Aktualisierung soll dies beheben.

Trotz dieser Fortschritte ist die Liste der zu behebenden Fehler lang. Torvalds betont, dass die aktuelle Anzahl an Änderungen für diesen Zeitpunkt ungewöhnlich hoch sei. Auch wenn er sich optimistisch zeigt, dass die Probleme behoben werden können, fordert er weiterhin intensive Tests und Überprüfungen.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Verpflichtung von Ubuntu 26.04 LTS, der auf Linux 7.0 basiert. Canonical plant, die neue Version auch dann zu veröffentlichen, wenn der stabile Kernel noch nicht fertiggestellt ist – ein riskantes Unterfangen. Dennoch scheint Torvalds selbst nach einer ersten Analyse der Codebasis zu der Einschätzung zu gelangen, dass die Probleme zwar geringfügig sind, die Gesamtmenge aber beunruhigend ist. "Es gibt einfach mehr Änderungen als üblich zu diesem Zeitpunkt", so Torvalds.

Die Situation zeigt, dass selbst bei einem so erfahrenen Projekt wie Linux die Entwicklung komplex und herausfordernd bleibt. Die Deadline für die finale Veröffentlichung im April 2026 scheint angesichts der aktuellen Probleme gefährdet.

Google hat kürzlich bestätigt, dass Chrome für ARM64-Linux im frühen Sommer verfügbar sein wird. Die erfolgreiche Integration von Chrome in dieser Architektur hängt eng mit der Stabilität von Linux 7.0 zusammen.

Die kommenden Release-Candidaten RC5 und RC6 sollen kleiner und übersichtlicher sein, bevor es dann im April 2026 so weit geht. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten. Die Entwicklergemeinschaft steht vor einer anspruchsvollen Aufgabe.