Massachusetts verliert wohlhabende bürger durch steuerabgaben – millionenabfluss trotz neuen steuern
4,2 Milliarden Dollar – so viel Kapital verließen Massachusetts im Jahr 2023, nachdem ein neues Steuer auf Millionäre in Kraft getreten war. Ein überraschend hoher Wert, der die Wirksamkeit der Steuerpolitik in Frage stellt.

Steuerflucht trotz steuererhöhung: reiche verlassen den bundesstaat
Daten des Internal Revenue Service (IRS) zeigen, dass die Abwanderung wohlhabender Einwohner, die mehr als 1 Million Dollar verdienten, zwar leicht zurückgegangen ist, aber dennoch einen Rekordwert erreichte. Die Steuer auf Einkommen über 1 Million Dollar, die 2022 eingeführt wurde, sollte die Finanzierung von Schulen und öffentlichen Verkehrsmitteln sichern. Doch stattdessen scheint sie viele dazu veranlasst zu haben, den Bundesstaat zu verlassen.
Die Abflüsse begannen bereits vor der Steuererhöhung, insbesondere nach Florida und New Hampshire, die keine Einkommenssteuer erheben. Der Anteil der wohlhabenden Bürger unter den Abwanderern ist gestiegen – sie waren für 70 % der 4,2 Milliarden Dollar an Kapitalabfluss im Jahr 2023 verantwortlich. Das ist mehr als doppelt so viel wie 2019.
„Wir versuchen, mit einer kleineren Steuerbasis Geld einzusammeln. Das wird schwieriger“, kommentiert Jim Stergios, CEO des Pioneer Institute, ein Thinktank, der sich gegen die Steuererhöhung ausspricht. Er und andere Unternehmen setzen sich für eine Senkung der Einkommenssteuer auf 5 % und eine Begrenzung der jährlichen Steigerungen ein. Die Gouverneurin von Massachusetts, Maura Healey, kritisiert diese Vorschläge scharf und warnt vor einem Milliardenloch im Staatshaushalt.
Trotz der Steuerabgaben stieg die Steuererhebung von Millionären in Massachusetts im laufenden Haushaltsjahr 2026 um 19 % auf 1,3 Milliarden Dollar. Das Massachusetts Budget and Policy Center sieht darin einen Beweis dafür, dass hochverdiende Einwohner weiterhin einen erheblichen Beitrag leisten. Die Abwanderung von Steuerpflichtigen mit einem Einkommen von 200.000 Dollar oder mehr, dem höchsten im IRS-Datensatz, ist zwar gesunken, aber der Trend ist klar: Die Steuerpolitik hat einen Teil der wohlhabenden Bevölkerung zum Verlassen des Bundesstaates bewegt.
Die wirtschaftlichen Folgen dieser Abwanderung könnten weitreichend sein, insbesondere angesichts der bereits bestehenden Herausforderungen bei der Finanzierung öffentlicher Dienstleistungen. Die Debatte über die richtige Balance zwischen Steuererhebung und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft wird weitergehen.
Die Zahlen verdeutlichen: Steuerpolitik ist ein komplexes Schachspiel, bei dem die Auswirkungen oft nicht so einfach zu kalkulieren sind, wie man denkt.