Neobanken und ihr geld: was sie über lizenzen, garantien und umzügen wissen müssen
Neobanken – eine revolution im bankwesen
Die digitale Bankwelt hat sich in den letzten Jahren radikal verändert. Eine wichtige Rolle dabei spielen die Neobanken, die sich über Mobilanwendungen präsentieren und keine physische Niederlassung haben. Aber was passiert, wenn ein Neobankier seine Lizenz in ein anderes Land verlegt oder den Lizenztyp ändert?

Lizenzen und garantien – das herz des problems
Wenn Sie mit einem Neobankier arbeiten, gibt es zwei wichtige Begriffe, die Sie verstehen sollten, um sicherzustellen, dass Ihr Geld geschützt ist. In der EU gibt es zwei grundlegende Lizenzkategorien:
- Lizenz als Vollbank: Diese Lizenz ermöglicht es der Bank, sich wie ein traditionelles Institut zu verhalten. Das bedeutet, sie kann Einlagen des Publikums entgegennehmen, Kredite gewähren und vollumfänglich von der Bankenaufsicht überwacht werden. Zumeist ist sie auch am Staatlichen Einlagenschutzfonds (SEDF) des Landes, in dem sie zugelassen ist, beteiligt, was Ihre Einlagen bis zu einem bestimmten Betrag (üblicherweise 100 000 Euro in der EU) sicherstellt.
- Lizenz als Geldwäscherei- oder Zahlungsinstitut: Viele Fintechs und Neobanken haben diese Lizenz, die ihnen ermöglicht, Konten zu verwalten, Überweisungen durchzuführen, Karten auszustellen oder Zahlungen zu vermitteln, aber keine bankfachlichen Dienstleistungen anzubieten. In diesem Fall gibt es keine gleiche Garantie wie bei einer Vollbank, da die Institution die Mittel ihrer Kunden in getrennten Konten bei licenzierter Bank verwahren muss, aber ein Insolvenzfall der Fintech niemanden dazu verpflichtet, die Verluste auszugleichen.

Umzüge von lizenzen – was das bedeutet für ihre einlagen
Wenn ein Neobankier seine Lizenz von einem Land in ein anderes verlegt, tut er das oft, um Zugang zu einem günstigeren Regulierungsumfeld zu erhalten, seine Kapitalanforderungen zu optimieren oder neue Märkte zu erschließen. Ein Beispiel hierfür ist Revolut, das in Litauen registriert ist und von der litauischen Zentralbank und dem Europäischen Zentralbank überwacht wird. Wenn der Anbieter jedoch nach einem anderen EU-Land umzieht, bleibt die Garantie für Ihre Einlagen bestehen, da die EU ein einheitliches Regulierungs- und Überwachungssystem hat.
Es gibt jedoch auch Situationen, in denen sich die Prozeduren für die Geltendmachung von Schadensersatz oder die Beantragung von Einlagenschutz ändern können, wenn ein Anbieter seine Lizenztypen ändert. Ein Neobankier, der ursprünglich als Zahlungsinstitut tätig war, könnte beispielsweise eine Vollbanklizenz beantragen, wenn er die strengen Anforderungen an Kapital, Risikomanagement und Compliance erfüllt. In diesem Fall wäre die Schutzgarantie für Ihre Einlagen höher, da er wie eine Traditionelle Bank tätig wäre. Andererseits könnte ein Wechsel in die andere Richtung bedeuten, dass die Institution Ihre Einlagen nicht mehr am Staatlichen Einlagenschutzfonds beteiligt und Ihnen daher keine Garantie für die volle Rückzahlung bietet, falls sie Insolvenz anmeldet.

Sicherheit für ihr geld – was können sie tun?
Um solche Komplikationen zu vermeiden, sollten Sie sich vor dem Einlagen in einen Neobanken die Lizenztypen und Garantien des Anbieters genau ansehen. Vollbanklizenzen mit Einlagenschutz sind die sichersten. Darüber hinaus empfehlen Experten, Ihre Einlagen über mehrere Institute zu verteilen, insbesondere wenn es um größere Beträge geht. Dies reduziert das Risiko, dass Sie Ihre ganze Geldmenge in einem einzigen Institut verlieren. Schließlich sollten Sie den Regulierungs- und Unternehmensmeldungen des Neobankiers enges Folgen, insbesondere wenn es um Lizenzänderungen oder Umzüge geht.