Openai-gegner unterstützen anthropic: 5 milliarden dollar drohen verlust

Eine ungewöhnliche Allianz formt sich in der KI-Branche. Konkurrenten von anthropic, darunter namhafte Mitarbeiter von OpenAI und Google, schließen sich zusammen, um die Startup-Firma in ihrem Rechtsstreit mit dem US-Verteidigungsministerium zu unterstützen. Die Gefahr: Bis zu 5 Milliarden Dollar Umsatzverluste.

Unterstützung aus dem eigenen lager

Unterstützung aus dem eigenen lager

Über 30 Forscher von OpenAI und Google, darunter Jeff Dean, der leitende Wissenschaftler von Google DeepMind, reichten am Montag ein sogenanntes amicus curiae-Schreiben ein. Die Mitarbeiter handeln dabei privat und nicht als offizielle Vertretung ihrer Unternehmen. Das Schreiben argumentiert, dass die Einstufung von anthropic als „Risiko für die Lieferkette“ durch das Pentagon der US-KI-Industrie schaden könnte.

Die Auseinandersetzung begann mit einer Blockade. Das Pentagon brach die Verhandlungen mit anthropic über Sicherheitsvorkehrungen bei der Nutzung ihrer KI-Modelle ab, insbesondere im Hinblick auf Überwachung und autonome Waffensysteme. Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte im vergangenen Monat erklärt, dass kein Auftragnehmer mit dem US-Militär Geschäfte machen dürfe, der mit anthropic zusammenarbeitet. Dies war eine dramatische Ausweitung der Einstufung als „Lieferkettenrisiko“.

Anthropic hat daraufhin Klage gegen die Regierung in zwei Gerichten eingereicht, unter Berufung auf die Erste Änderung der US-Verfassung und die Behauptung, dass die Maßnahmen ungerechtfertigte Vergeltung darstellen. Laut juristischen Dokumenten sind die finanziellen Folgen bereits spürbar. Krishna Rao, der Finanzvorstand von Anthropic, schätzte in einer Stellungnahme, dass Hunderte Millionen Dollar an erwarteten Einnahmen aus pentagonbezogenen Aufträgen gefährdet sind. Sollte die Regierung weitere Unternehmen davon abhalten, mit Anthropic zusammenzuarbeiten, könnten die Verluste bis zu 5 Milliarden Dollar betragen – etwa die gesamten Umsätze, die das Unternehmen seit dem Jahr 2023 mit seiner KI-Technologie erzielt hat.

Paul Smith, der Chief Commercial Officer von Anthropic, berichtete ebenfalls in einer juristischen Erklärung, dass die staatliche Drucksituation Partner dazu veranlasst, Maßnahmen zu ergreifen, die von tiefem Misstrauen und der Angst vor einer Zusammenarbeit mit Anthropic zeugen. Einige Kunden haben Verhandlungen pausiert oder Ausstiegsklauseln gefordert, während andere Treffen komplett abgesagt haben.

Auch in der Industrie gibt es Kritik. Sam Altman, CEO von OpenAI, hatte zwar selbst einen Vertrag mit dem Pentagon abgeschlossen, riet aber über soziale Medien, die Durchsetzung der Lieferketten-Einstufung als „sehr schlecht für unsere Branche und unser Land“ zu bewerten. Große Cloud-Anbieter wie Amazon und Microsoft kündigten an, die KI-Modelle von Anthropic weiterhin ohne Verbindung zum Pentagon anzubieten.

Anthropic beantragt nun eine einstweilige Verfügung, um weiterhin mit Militärunternehmern zusammenarbeiten zu können, während der Rechtsstreit andauert. Die erste Anhörung könnte bereits am Freitag in San Francisco stattfinden. Die Entscheidung könnte weitreichende Konsequenzen für die gesamte KI-Landschaft haben.