Smartphone-besitz stört unser gehirn – zwei wochen ohne internet verändern die zusammensetzung unseres gehirns
Das Debatten über die mentale Auswirkung von Smartphones dauert schon seit Jahren an, mit Meinungen, Untersuchungen und Umfragen von fragwürdiger Solidität. Doch nun gibt es neue Erkenntnisse: Ein Experiment, das in Zusammenarbeit mit der National Academy of Sciences durchgeführt wurde, hat weitere Licht in diese Thematik gebracht.

Zwei wochen ohne internet: eine radikale veränderung
467 Probanden nahmen an diesem Studie teil, die zwei Wochen lang eine App auf ihrem iPhone installiert hatten, die jeglichen Zugriff auf das Internet blockierte – aber Telefonanrufe und SMS-Funktionen blieben erhalten. Und was geschah? Die Ergebnisse waren erstaunlich: Die Teilnehmer verbesserten sich in Aufmerksamkeit, mentalen Prozessen und Depressionssymptomen. Obwohl die Forscher betonen, dass dies kein strukturales Hirnwandel ist und keine dauerhafte Wirkung, zeige es doch eine direkte Konsequenz davon, zumindest 14 Tage lang abzuschalten.
Das Besondere an dieser Untersuchung ist, dass die Teilnehmer ihr Handy nicht komplett ausgeschaltet hatten, sondern nur den Internetzugriff auf ihrem Gerät blockiert hatten. Sie konnten weiterhin Skype-, E-Mail- oder Computer-Verbindungen herstellen. Das bedeutet, dass das eigentliche Problem nicht das Handy an sich ist, sondern die mit ihm verbundenen Funktionen, die es zu einem Quell von Störungen, Unterbrechungen und Aufmerksamkeitsablenkungen machen.
91 Prozent der Teilnehmer, die den intelligenten Funktionen ihres Geräts entsagen mussten, zeigten mindestens einen der drei Indikatoren, die der Studie zugrunde lagen – Gesundheitszustand, Wohlbefinden und Aufmerksamkeit – verbessert. 71 Prozent berichteten über einen besseren mentalen Zustand als zu Beginn des Experiments. Die Depressionssymptome übertrafen sogar die in einigen antidepressiven Studien dokumentierten Werte.
Die beeindruckendste Erkenntnis bezüglich kognitiver Fähigkeiten war die Wiederherstellung langandauernder Aufmerksamkeit. Die erzielte Verbesserung entspricht, so die Autoren, dem rückgängigen Alterungsprozess von zehn Jahren. In anderen Worten: Zwei Wochen ohne Internet führten bei 30-jährigen Erwachsenen zu einer Aufmerksamkeitsfähigkeit, die denen junger Menschen entspricht.