Smart-tv: ethernet-kabel – mehr als nur eine option?

Die Frage mag banal erscheinen: Warum sollte man den Smart-TV nicht vom WLAN trennen? Doch hinter der vermeintlich einfachen Antwort – dem Ethernet-Kabel – verbirgt sich eine Überraschung, die viele Nutzer übersehen. Denn auch die kabelgebundene Verbindung hat ihre Grenzen. Und diese können teuer werden.

Die versteckte limitierung: 100 mbit/s – das flaschenhals im smart-tv

Ob Samsung, LG, Philips oder ein anderer Hersteller: Die meisten Smart-TVs sind mit einer Netzwerkkarte ausgestattet, die auf 100 Mbit/s begrenzt ist – sowohl über WLAN als auch über Ethernet. Das bedeutet, dass selbst wenn Ihr Internetanschluss 600 Mbit/s oder mehr bietet, der Smart-TV nur einen Bruchteil dieser Geschwindigkeit nutzen kann. Ein Gigabit-Ethernet-Kabel mit 100 MHz wird auf etwa 90 Mbit/s reduziert. Warum tun die Hersteller das? Einfach gesagt: Kosteneinsparungen.

In der Praxis erreichen Smart-TVs über Ethernet etwa 90 Mbit/s, WLAN kommt oft auf ähnliche Werte, kann aber bei guter Signalstärke auch höher liegen. Die reine Verbindungstechnik ist also nicht der limitierende Faktor, sondern die Hardware des Fernsehers selbst.

Für wen ist ethernet wirklich relevant?

Für wen ist ethernet wirklich relevant?

Die 100 Mbit/s sind für die meisten Anwendungen ausreichend, selbst für die Wiedergabe von Inhalten in 4K Ultra HD ohne Ruckler. Streaming-Dienste wie Netflix oder Disney+ benötigen typischerweise zwischen 15 und 50 Mbit/s – für 4K und HDR sind 25 Mbit/s komfortabel. Auch Cloud-Gaming, YouTube oder Spotify laufen problemlos. Wer jedoch den maximalen Funktionsumfang seines Smart-TVs ausnutzen möchte – insbesondere bei anspruchsvollen Streaming-Inhalten – sollte die Limitierung beachteten.

Die Farbe des Ethernet-Kabels – blau, schwarz, orange – gibt übrigens nichts über die Geschwindigkeit Auskunft. Es handelt sich lediglich um eine Farbcodierung des Herstellers.

Ein Geschwindigkeitstest, sowohl über WLAN als auch über Ethernet, offenbart die Diskrepanz deutlich. Es ist nicht das Internet, sondern die Hardware des Smart-TVs, die hier die Geschwindigkeit begrenzt.

Die meisten Nutzer werden die Einschränkungen nicht direkt bemerken. Doch wer auf eine hohe Bildqualität und flüssige Wiedergabe angewiesen ist, sollte sich der Beschränkungen bewusst sein. Wer weniger Störungen wünscht, ist mit Ethernet besser beraten. Wer hingegen Wert auf maximale Bandbreite legt, kann auch mit WLAN zufrieden sein.

Die technische Begrenzung ist also kein existenzbedrohendes Problem, aber ein Detail, das man im Hinterkopf behalten sollte – besonders bei der Auswahl von Internet- und TV-Paketen.

Die meisten Smart-TVs sind in der Lage, Inhalte in höchster Auflösung zu streamen – doch die volle Leistung wird oft durch die interne Netzwerkkarte gebremst. Das ist ein versteckter Kompromiss, der die Nutzerzahlen der Geräte beeinflusst.

n