Son entkräftigt: ki-euphorie – keine alte blase
Masayoshi Son schliesst die Debatte um eine KI-Blase endgültig. Der Softbank-Gründer und CEO positioniert sich als Skeptiker und lässt keine Zweifel an dem Potenzial der Künstlichen Intelligenz anstehen.
Revolution noch lange nicht abgeschlossen
In seiner heutigen Hauptversammlung in Tokio prangerte Son die wiederholte Frage nach einer neuen Spekulationsblase entschieden ab. «Es ist eine Blasphemie gegen die künstliche Intelligenz, wenn man sie als solche Blase bezeichnet», erklärte der Visionär laut Nikkei. Die KI-Revolution habe erst begonnen und müsse ihre volle Entfaltung finden.
Die Aussagen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Investorenpfiffe in KI die Bewertungen zahlreicher Technologieunternehmen in die Höhe treibt. Softbank selbst profitiert massiv von diesem Hype, vor allem durch die gezielte Unterstützung von OpenAI. Son, ein Meister der Marktbewegungen, kennt die Dynamiken von Euphorie und Korrektur.

Roboter-fabrik und blick nach tokio
Softbank verstärkt seine Aktivitäten in Robotik und Technologieinfrastruktur. Ein konkretes Beispiel ist das Interesse an der Tokyo Electric Power Company (TEPCO), die nach Finanzierung sucht. «Eine Übernahme durch TEPCO würde die Stromversorgung erhöhen und KI-Rechenzentren nach Japan bringen», versprach Son. Die Aktiengotter von Tesla dürften bereits die finale Fusion von Musk mit SpaceX spekulieren. Softbank setzt auf eine offensive Expansion, die weit über generative KI hinausgeht.

«Die hühner legen eier» – softbanks wahre strategie
Son betonte, dass Softbank nicht nur die aktuell besitzten Vermögenswerte zählt, sondern eine Maschine zur Generierung von Chancen darstellt. «Hühner legen keine Eier, die Hühnchen legen sie», zitiert Reuters den Unternehmer. Der Wert des Konzerns, schätzt Son, liegt bei rund 74 Billionen Yen – weit über die aktuelle Börsenkapitalisierung von 37 Milliarden Yen. Er wirft seinen Aktionären sarkastisch zu: «Wie lange muss ich noch kämpfen, um euch zu beweisen, dass die Hühnchen gute Arbeit verrichten?»

Superintelligenz und ambitionierte ziele
Son will in den nächsten 10 bis 15 Jahren eine «Superintelligenz» entwickeln – eine Intelligenz, die das menschliche Denken um Faktoren von 10.000 übertrifft. Er bekräftigt seinen Anspruch, die Entwicklung dieser Technologie voranzutreiben. «Ich wurde ambitionierter. Ich möchte in den nächsten 10 bis 15 Jahren mehr leisten. Ich werde so lange gesund bleiben, wie möglich», so der 68-Jährige. Ein humorvoller Moment der Sitzung: Eine Aktionärin, eine vermeintliche Hausfrau, bat Son um die Aufnahme ihres Sohnes in den Verwaltungsrat. «Er hat eine grandiose Vision und die nötige Kapazität», erklärte sie. Son versprach, dies in Betracht zu ziehen.