Speicherkrise: ki treibt preise für ram in die höhe – was das für gamer und nutzer bedeutet

Die Preise für Arbeitsspeicher (RAM) steigen seit Monaten – und die Schuld wird meist der künstlichen Intelligenz gegeben. Doch die Realität ist komplexer. Eine Analyse von TrendForce zeigt, dass eine Kombination aus strategischen Entscheidungen der größten Hersteller die Ursache ist. Die Folge: Für PC-Nutzer und Smartphone-Besitzer wird es teurer, schneller Speicher zu bekommen.

Die dram-marktkonzentration als kernproblem

Die dram-marktkonzentration als kernproblem

Samsung, SK Hynix und Micron kontrollieren über 90 Prozent der weltweiten DRAM-Produktion. Diese drei Unternehmen haben gleichzeitig beschlossen, ihre Produktionskapazitäten verstärkt für Datenzentren zu nutzen, die künstliche Intelligenz-Modelle trainieren. Das Ergebnis: Für den Konsumenten gibt es weniger Speicher zur Verfügung, was die Preise in die Höhe treibt.

Schon vor dem Hype um KI gab es Signale einer Knappheit bei DDR4- und LPDDR4-Modulen. Hersteller riaden ihre Kunden dazu auf, sich Speicher vorzubereiten, was zu einer Überbestellung führte. Die Hersteller hatten einen klaren Anreiz: Den Übergang zu dem neueren und profitableren DDR5-Standard zu beschleunigen – und das ging am besten durch eine Einschränkung der Versorgung der älteren Speichertypen.

Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur, insbesondere für High Bandwidth Memory (HBM), treibt diese Entwicklung weiter voran. HBM ist ein spezieller DRAM-Typ, der in Datenzentren für KI-Anwendungen benötigt wird. Weil HBM und DDR5 auf denselben Wafer-Fabriken produziert werden, verschärft sich der Wettbewerb um diese Ressourcen. Jeder Wafer, der für HBM verwendet wird, ist ein Wafer weniger für DDR5-Module für den Konsum.

Die Preise für DDR5-RAM sind in einigen Segmenten bereits um das Doppelte gestiegen. Diese Kosten werden direkt an die Module-Hersteller weitergegeben, und letztlich an den Endverbraucher. Dell hat bereits Preiserhöhungen von 15 bis 20 Prozent angekündigt. Auch Lenovo und HP erwarten weitere Erhöhungen im zweiten Halbjahr 2026.

Auch andere Speichertechnologien sind betroffen. Die GDDR6-Speicher für Grafikkarten und die LPDDR-Speicher in Smartphones sowie SSDs auf Basis von NAND-Flash-Speicher erleben eine Preissteigerung. Die Folge: Einsteiger-Smartphones bleiben mit nur 4 GB RAM limitiert – die gleiche Menge wie vor zehn Jahren. Einfache Laptops werden voraussichtlich auf 8 GB RAM beschränkt. Die KI-Funktionen auf diesen Geräten werden dadurch erheblich eingeschränkt.

Die Lösung liegt in einer erhöhten Produktionskapazität. Micron plant eine Investition von 10 Milliarden US-Dollar in eine neue Fabrik in Japan, deren Produktion aber erst Mitte 2028 beginnen soll. Auch Samsung und SK Hynix planen Erweiterungen, doch die Bauzeiten für neue Halbleiterfabriken sind lang. Kurzfristig könnte eine Reduzierung der Investitionen in KI-Infrastruktur die Situation etwas entlasten, doch dies ist derzeit unwahrscheinlich. Solange große Modelle immer mehr HBM benötigen und Hyperscaler massive Verträge abschließen, haben die Hersteller keinen Anreiz, Kapazitäten für den Konsum freizusetzen.

Die Folge ist klar: Wer 2026 neuen RAM benötigt, muss tiefer in die Tasche greifen. Und diese Entwicklung wird sich voraussichtlich bis zur Inbetriebnahme neuer Produktionsstätten fortsetzen.