Startup investiert millionen in schlaftechnologie – ceo setzt auf 'intellektuelle kapazität'

Die Silicon Valley-Startup Factory, die in nur zwei Jahren von einer bescheidenen Idee zu einem Unternehmen mit 120 Mitarbeitern und 150 Millionen Dollar Eigenkapital wurde, hat eine überraschende Strategie für die Mitarbeitergewinnung und -bindung entwickelt: Sie pumpt enorme Summen in teure Schlaftechnologie.

Eight sleep als schlüssel zur produktivität

Eight sleep als schlüssel zur produktivität

Der CEO Matan Grinberg, unterstützt von Investoren wie Khosla Ventures, Sequoia Capital und Blackstone, ging im Frühjahr 2023 mit der Anschaffung von Eight Sleep Matratzen für jeden Mitarbeiter in Höhe von 3.000 Dollar voran – damals noch mit einem Team von nur 30 Personen. Diese hochentwickelten Matratzen, die mit Flüssigkeitssystemen die Temperatur individuell regulieren und sogar in zwei Hälften geteilt werden können, sollen die Schlafqualität drastisch verbessern.

Grinberg vergleicht seine Mitarbeiter dabei offen mit Profisportlern: „Wie NBA-Spieler brauchen auch unsere Ingenieure ausreichend Ruhe, um ihre volle intellektuelle Leistungsfähigkeit zu entfalten.“ Er geht sogar so weit, das Essen im Büro auf gesündere Alternativen umzustellen, darunter Protein-Pommes und Matcha-Pulver, um die Konzentration zu fördern. Ein deutlicher Abgang von den ‚inflatablen Schlössern‘, die einst typisch für den Großhandel waren – eine Strategie, die er als zu altmodisch kritisiert.

Doch Grinberg ist auch deutlich: „Keine Kita“, betont er. „Wir wollen keine Arbeitszeiten erzwingen.“ Die Investition in die Schlaftechnologie ist seiner Meinung nach ein passender Benefit, der den Fokus auf die tatsächliche Arbeit legt. Andere CEOs, wie beispielsweise der Leiter von Whoop, haben bereits ähnliche Maßnahmen ergriffen, indem sie Mitarbeiter monatlich mit 100 Dollar für eine hohe Schlafqualität belohnen.

Während andere Tech-Giganten auf Luxusleistungen setzen, will Grinberg es anders machen. Die Eight Sleep Matratzen sind zwar noch nicht für neue Mitarbeiter vorgesehen, doch die Idee, sie als standardisierte Gesundheitsleistung anzubieten, ist definitiv im Raum.

Die Frage ist nun: Wie viel Produktivitätsgewinn bringt diese Investition tatsächlich? Grinberg selbst scheint sich darüber noch keine klare Antwort zu haben – er bemerkt nur lakonisch: „Billy wird heute nicht programmieren, wenn er schlecht geschlafen hat.“ Eine pragmatische, wenn auch leicht ironische Einschätzung, die die Distanz zu den oft übertriebenen Versprechungen anderer Unternehmen verdeutlicht. Factory setzt auf einen ganzheitlichen Ansatz – und scheut sich nicht, dafür auch ordentlich zu investieren.