Titanic-schatz: taschenuhr verkauft – familiengeschichte wertet auf
Einhundert Jahre nach der Tragödie um den Titanic-Untergang wird eine Patek Philippe Taschenuhr versteigert, die einem der reichsten Amerikaner an Bord gehörte – einem Mann, der bei der Katastrophe ums Leben kam.

18-Karätiges goldstück mit geschichte erregt bieterinteresse
Die goldene Uhr mit dem Monogramm von John Jacob Astor IV. wird von Freeman’s in einer Auktion in Chicago am 22. April angeboten. Schätzungen liegen zwischen 300.000 und 500.000 Dollar. Dazu kommt ein mit Gold und Saphiren besetzter Schreibzeugkoffer, der separat für 10.000 bis 20.000 Dollar gehandelt werden könnte.
Doch der wahre Wert der Uhr liegt in ihrer bewegenden Geschichte. Astor, ein wohlhabender Unternehmer und Erbe des Familienimperiums, hatte kurz vor dem Untergang des Titanic-Linienboots seine junge, schwangere Frau Madeleine in ein Rettungsboot gebracht, bevor er selbst zurückblieb. Das Schiff sank am Morgen danach.
Die Uhr, die 1904 bei Tiffany & Co. erworben wurde, blieb über vier Generationen der Familie Astor erhalten. Sie wurde vom Sohn Vincent bis zu dessen Tod im Jahr 1959 getragen. Ein Zertifikat von Patek Philippe bestätigt die Herstellungs- und Verkaufsdaten, eine Seltenheit für ein so historisches Stück. Reginald Brack von Freeman's betont, dass diese Kombination aus Luxus und Geschichte Sammler begeistern wird.
Die Familie Marshall, die die Uhr nun versteigert, profitiert von der außergewöhnlichen Seltenheit des Objekts. Es ist ein Fenster zu einer vergangenen Epoche des Reichtums und der Tragödie – und ein Beweis dafür, dass materielle Werte oft von unbezahlbaren Geschichten überstrahlt werden. Die Uhr verkörpert mehr als nur Uhrmacherei; sie ist ein Zeugnis einer Familie, einer Liebe und eines unvergesslichen Schicksals.