T-mobile tauscht kundenservice gegen ki: mitarbeiter warnen vor rückschlägen

Die US-amerikanische Mobilfunkgesellschaft T-Mobile verschiebt den Kundenservice rasant auf künstliche Intelligenz. Doch die Umstellung stößt bei Mitarbeitern auf Kritik – und bei Kunden könnte das zu Frustration führen.

Ki ersetzt menschliche interaktion: ein schritt in die tiefe?

Ki ersetzt menschliche interaktion: ein schritt in die tiefe?

Bereits 2024 hatte T-Mobile mit OpenAI eine Partnerschaft geschlossen, um KI in den Kundensupport zu integrieren. Ziel war es, die Interaktion zwischen Mensch und Maschine bis 2027 um 75 % gegenüber dem Stand von 2022 zu reduzieren. CEO Mike Sievert hatte bereits damals zugab, dass die KI-Einführung zu Stellenabbau führen würde, wobei vorrangig Mitarbeiter in Offshore-Zentren betroffen sein sollten – eine Strategie, die auch mit den Zielen der FCC zur Verringerung der Abhängigkeit von ausländischen Callcentern übereinstimmt.

Jetzt scheint der Umbruch vollzogen zu sein. Laut einem Reddit-Nutzer, der sich als T-Mobile-Mitarbeiter ausgibt, wurde das bisher genutzte Kundenmanagement-Tool „Atlas“ durch ein neues System namens „Expert Assist AI“ ersetzt. Atlas, das zuvor alle notwendigen Tools in einer Plattform vereinte, soll den Mitarbeitern die Kundenbetreuung erleichtern haben. Das neue System hingegen konzentriert sich primär auf die Navigation durch die T-Life App.

Der Nachteil: Mitarbeiter berichten von deutlich weniger Optionen und eingeschränkten Berechtigungen. Detaillierte Rechnungsaufschlüsselungen oder umfassende Kundendaten stehen womöglich nicht mehr zur Verfügung. Zudem wurde die Einführung offenbar etwas überstürzt, und die Schulungen der Mitarbeiter blieben hinterher.

„Wir haben unsere traditionellen Tools verloren und sie durch KI ersetzt“, schreibt der Reddit-Nutzer. Die Befürchtung ist, dass Kunden mit dem neuen System weniger zufrieden sein werden und die Mitarbeiter dann die Hauptlast der Beschwerden tragen müssen. Die neue Funktion „Next Best Action“, die Kundenaktionen voraussagt, wird von vielen als wenig hilfreich angesehen.

Ein weiterer Kritikpunkt: Die Mitarbeiter befürchten, dass die Kunden bei Problemlösungen möglicherweise doch auf einen Besuch in einem Ladengeschäft angewiesen sein werden. Die Verlockung, den Kunden immer schneller durch die T-Life App zu navigieren, scheint die individuelle Betreuung zu vernachlässigen. T-Mobile setzt auf die Analyse von Milliarden von Datenpunkten, um personalisierte Betreuung zu ermöglichen – doch die Realität sieht oft anders aus.

Die T-Mobile-Mitarbeiter appellieren daher an die Geduld und Freundlichkeit der Kunden in dieser Umbruchphase. Denn während die Technologie fortschreitet, bleibt die menschliche Komponente im Kundenservice unersetzlich. Und das, obwohl T-Mobile sich auf die Automatisierung konzentriert.