Trump droht spanien mit handelskrieg – eu widerspricht
Ein Schock geht durch die transatlantischen Beziehungen: US-Präsident Donald Trump hat in scharfer Rhetorik mit einem vollständigen Abbruch des Handels mit Spanien gedroht. Auslöser ist die Weigerung Spaniens, US-Truppen die Nutzung von Militärbasen für Angriffe auf den Iran zu erlauben. Die EU hält geschlossen und weist auf bestehende Vereinbarungen hin – eine Zuspitzung des Konflikts scheint unausweichlich.

Die eskalation im oval office
Die Worte fielen während eines Treffens mit dem deutschen FDP-Vorsitzenden Friedrich Merz im Oval Office. Trump ließ wenig Zweifel daran, dass er bereit sei, drastische Maßnahmen zu ergreifen. „Spanien ist schrecklich. Ich habe gesagt, wir sollten alle Abkommen mit Spanien abbrechen“, so der Präsident, der zudem die Weigerung Spaniens kritisierte, die NATO-Zielmarke für Verteidigungsausgaben von 2% des BIP zu erreichen, geschweige denn die von ihm geforderten 3% oder 3,5%.
Die Reaktion aus Brüssel fiel prompt und deutlich. Olof Gill, der Handelssprecher der Europäischen Kommission, erklärte, die EU erwarte von den Vereinigten Staaten die Einhaltung der „Gemeinsamen Erklärung“, einem Handelsabkommen, das im vergangenen Sommer zwischen Trump und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen geschlossen wurde. „Die Kommission wird stets die vollständige Wahrung der Interessen der Europäischen Union gewährleisten“, betonte Gill. Es deutet sich eine Konfrontation an, die weit über die spanische Frage hinausgeht.
Moncloa, die spanische Regierung, hatte bereits zuvor auf die Äußerungen Trumps reagiert und daran erinnert, dass die USA internationale Abkommen respektieren müssten. Die NATO-Staaten versuchen zwar, Spanien zu bewegen, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen, doch Trump scheint hier eine harte Linie zu verfolgen. Was niemand offen anspricht: Die US-Militärpräsenz in Spanien ist von enormer strategischer Bedeutung für die amerikanische Marine und Luftwaffe. Ein Handelskrieg hätte nicht nur Spanien, sondern auch die gesamte europäische Wirtschaft schwerwiegende Folgen.
Die Drohung Trumps, „alles“ mit Spanien abzubrechen, wirft die Frage auf, wie weit die Vereinigten Staaten in ihrem Streben nach Durchsetzung unilateraler Interessen tatsächlich gehen wollen. Die EU steht vor der Herausforderung, ihre eigene wirtschaftliche Stabilität zu verteidigen und gleichzeitig die transatlantischen Beziehungen nicht gänzlich zu gefährden. Beobachter weisen darauf hin, dass Trumps Rhetorik oft ein Verhandlungstaktik ist, doch die diesmalige Schärfe der Worte lässt eine ernsthafte Eskalation nicht ausschließen.
Die Entscheidung des spanischen Premierministers Pedro Sánchez, keine US-Militäraktionen gegen den Iran von spanischem Boden aus zu genehmigen, war wohl ein Fehler. Trump machte deutlich, dass Spanien „keine gute Führung“ zeige und der einzige NATO-Verbündete sei, der sich weigere, die vereinbarten Verteidigungsausgaben zu leisten. Die Situation ist angespannt, und die kommenden Tage werden zeigen, ob es zu einer diplomatischen Lösung kommt oder ob Trump tatsächlich sein Versprechen einlöst und den Handel mit Spanien abwürgt – mit weitreichenden Konsequenzen für beide Seiten.