Trump-wendung: börsen rasen hoch, öl stürzt ab – was jetzt?

Die Finanzmärkte weltweit erleben eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Zuerst der Schock über die Eskalation im Nahen Osten, dann die plötzliche Kehrtwende durch eine überraschende Ankündigung von US-Präsident Donald Trump. Ein Ultimatum an den Iran wird aufgehoben, Angriffe auf Energieinfrastruktur sollen eingestellt werden – und der Iran hat nun fünf Tage Zeit, den wichtigen Hormus-Strait zu öffnen. Die Reaktion der Anleger: ein massiver, wenn auch fragiler Aufschwung.

Wall street im grünen bereich, europa folgt

An der Wall Street herrscht nach dem Glockenschlag ausgelassene Stimmung. Der Dow Jones Industrial Average sprang um kräftige 1,55% in die Höhe, während der S&P 500 um 1,43% und der Nasdaq 100 um 1,56% zulegten. Auch in Europa erholten sich die Anleger von den anfänglichen Verlusten, die bis zu 2% betrugen. Der CAC 40 in Paris kletterte um 1,2%, während der DAX in Frankfurt um 0,8% aufwärts ging. Der FTSE 100 in London vermeldete einen leichten Anstieg.

Doch der Blick über den Atlantik zeigt ein anderes Bild. In Asien herrschte derweil Panik. Der Nikkei 225 in Tokio brach um 3,5% ein und schloss bei 21.515,49 Punkten. Auch der Taiex in Taipeh verlor 2,5% auf 32.722,50, während der S&P/ASX 200 in Australien um 0,7% auf 8.365,90 fiel. Besonders dramatisch war die Lage in Südkorea, wo der Kospi um 6,5% auf 5.405,75 abstürzte. Der Hang Seng in Hongkong und der Shanghai Composite verzeichneten ebenfalls Verluste von jeweils 3,5% bzw. 3,6%.

Ölpreise im freien fall – gold rutscht ab

Ölpreise im freien fall – gold rutscht ab

Die geopolitische Entspannung wirkte sich unmittelbar auf die Rohstoffmärkte aus. Ölpreise, die zuvor bis zu 10% eingebrochen waren, erholten sich teilweise wieder – wenn auch auf niedrigem Niveau. Ein Barrel US-Rohöl kostet nun 92,85 Dollar (minus 5,38 Dollar), während ein Barrel Brent-Öl bei 106,25 Dollar gehandelt wird (minus 5,94 Dollar). Die Volatilität im Ölmarkt ist weiterhin extrem hoch.

Auch Edelmetalle mussten Verluste hinnehmen. Gold verlor 4,4% auf 1.874 Dollar pro Unze, während Silber um 2,9% auf 25,77 Dollar nachgab. Die Frage ist, ob diese Erholung nachhaltig ist oder ob die Märkte erneut nervös werden, sollte die Lage im Nahen Osten sich wieder verschärfen.

Die schnelle Reaktion der Märkte zeigt, wie abhängig die Weltwirtschaft von Stabilität und vorhersehbaren Rahmenbedingungen ist. Trumps Ankündigung mag kurzfristig Erleichterung gebracht haben, doch die langfristigen Auswirkungen auf die geopolitische Lage und die globalen Märkte sind noch ungewiss. Die Unsicherheit bleibt bestehen – und damit auch das Risiko.