Windows 11: microsofts speed test – ein enttäuschendes update?

Microsoft hat mit Windows 11 ein schwieriges Jahr begonnen. Nach dem Auslaufen der Unterstützung für Windows 10 stand eine große Aufgabe an: Nutzer von Windows 11 von den Vorzügen des Betriebssystems zu überzeugen. Die Ankündigung der Version KB5077241 sollte diese Aufgabe bewältigen, doch die Umsetzung hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack.

Die versprochene Integration von KI-Funktionen in das Betriebssystem wurde zurückgenommen. Stattdessen versprach Microsoft, einen nativen Geschwindigkeitstest direkt in Windows 11 einzubauen. Eine Funktion, die das Nutzererlebnis verbessern sollte und die Nutzer unnötige Umwege ersparen sollte. Doch was kam stattdessen?

Ein workaround statt einer lösung

Ein workaround statt einer lösung

Die neue Funktion, die über einen Rechtsklick auf das WLAN- oder Ethernet-Symbol in der Taskleiste aufgerufen werden kann, öffnet lediglich den Microsoft Edge oder den Standardbrowser des Nutzers und startet dort den Speedtest von Bing. Das ist kein integriertes Programm, wie es von Microsoft angekündigt wurde. Nutzer müssen also immer noch einen zusätzlichen Schritt unternehmen, um ihre Internetgeschwindigkeit zu überprüfen.

Windows Latest bestätigte, dass es sich nicht um eine native Anwendung handelt. Die Funktion fungiert eher als direkter Link zum Bing Speedtest. Die gute Nachricht ist, dass der Browser der Wahl respektiert wird – Chrome, Firefox oder andere Browser können problemlos verwendet werden. Allerdings ist die Umständlichkeit enttäuschend. Die versprochene nahtlose Integration fehlt.

Microsoft hatte sich der Transparenz und Benutzerfreundlichkeit verschrieben. Doch die Umsetzung des Speedtests wirkt eher wie ein Rückschritt. Die neue Funktion ist kein Zeichen von Innovation, sondern eine verpasste Gelegenheit. Die Technologie hinter dem Speedtest stammt von Ookla, dem Unternehmen hinter Speedtest.net. Microsoft scheint sich von seiner eigenen Azure-basierten Lösung abgewandt zu haben.

Die Aktualisierung KB5077241 konzentriert sich hauptsächlich auf Sicherheitskorrekturen und kleinere Neuerungen. Der Speedtest ist eine dieser Neuerungen, die aber wenig Begeisterung auslöst. Es ist ein Beispiel dafür, wie Versprechen und Realität auseinanderdriften können. Die Nutzer hatten gehofft, eine praktische Funktion direkt in Windows 11 zu finden. Stattdessen erhalten sie einen Umweg.

Die fehlende Integration wirft Fragen auf: Warum hat Microsoft nicht eine native Lösung entwickelt? Waren die Ressourcen nicht vorhanden? Oder lag es an einer schlechten Planung? Die Antwort bleibt im Dunkeln. Was klar ist: Der Speedtest in Windows 11 ist ein enttäuschendes Update, das die Erwartungen nicht erfüllt.

Die neue Funktion ist ein Beispiel dafür, wie selbst kleine Verbesserungen in einem Betriebssystem oft komplizierter sind als erwartet. Microsoft hat sich mit dieser Umsetzung selbst einen Bärendienst erwiesen. Die Nutzer werden ihre Geschwindigkeit weiterhin über Drittanbieter-Websites überprüfen müssen – und das bei einem Betriebssystem, das eigentlich für seine Benutzerfreundlichkeit stehen sollte.

Die Ankündigung war vielversprechend, die Umsetzung enttäuschend. So bleibt die Frage offen, ob Microsoft seine Versprechen in Zukunft besser halten kann. Die Nutzer werden abwarten, ob weitere Updates die Situation verbessern.