Tdt-überhaul: hbbtv bringt streaming-funktionen ins fernsehen
Die digitale Fernsehlandschaft in Spanien erlebt einen tiefgreifenden Wandel. Neben neuen freien Sendern und einer Lizenzvergabe setzt die TDT nun auf 4K-Übertragungen und neue Regelungen für Werbe-Sound. Doch die größte Überraschung: Die Technologie Hybrid Broadcast Broadband (HbbTV) betritt die Bühne – und verändert das Fernsehen grundlegend.

Hbbtv: das zusammenspiel von fernsehen und internet
HbbTV, eine seit 2009 existierende europäische Initiative, verschmilzt terrestrisches Fernsehen mit Online-Inhalten. Man könnte es als die 4K-Äquivalent des Teletext bezeichnen, nur mit deutlich erweiterten Funktionen und höherer Interaktivität. Stellen Sie sich vor: Neben der Live-Übertragung können Sie parallel exklusive Inhalte abrufen, Informationen einsehen oder interaktive Dienste nutzen – alles über Ihr Smart-TV. Und das ist erst der Anfang.
LOVEStv, eine neue Plattform, die HbbTV in die TDT bringt, ist der erste Schritt. Sie ermöglicht den Zugriff auf zusätzliche Inhalte für Millionen von Smart-TVs. RTVE ist dabei Vorreiter und setzt die Technologie bereits in seinen Sendungen ein. Die Plattform ist derzeit mit Microsoft PlayReady und Google Widevine kompatibel. Zukünftig wird auch WebAssembly genutzt, um Funktionen wie die Dekodierung von Gebärdensprachinhalten zu ermöglichen.
Die Einführung von HbbTV ist nicht ohne Herausforderungen. Die Umsetzung erfordert Anpassungen bei den Rundfunkanstalten, Plattformbetreibern und Rechteinhabern. Zudem werden neue Sicherheitsstandards wie die Video-Codecs VVC und AV1 eingesetzt, die aber optional sind. Die TDT-Umstellung erfolgt schrittweise.
Die Technologie verspricht eine Renaissance des terrestrischen Fernsehens. Nach Jahren der kritischen Betrachtung könnte HbbTV die prognostizierten Rückgänge überwinden. Denn die Kombination aus Live-TV und Internetfunktionen bietet ein attraktives Angebot, das den Zuschauern eine neue Dimension der Nutzung eröffnet. Die Zukunft des Fernsehens ist hybride – und sie ist da.