35-Stunden-woche für beamte: spanien nimmt kurs auf historische reform
Ein durchbruch in den verhandlungen
Spanien macht ernst bei
der Einführung der 35-Stunden-Woche für Beamte. Nach jahrelangen Verhandlungen und Verzögerungen wurde am 17. Februar ein entscheidender Schritt unternommen. Die Vereinbarung sieht vor, dass die neue Regelung voraussichtlich im März 2026 in Kraft treten soll. Dies wurde im Vorfeld einer bevorstehenden Verhandlung an der Mesa General de Negociación beschlossen.
Was bedeutet die reform konkret?
Die reduzierte Arbeitszeit, die die in der Krise von 2010 verlorenen 35 Stunden zurückgewinnt, ohne Lohnkürzungen, wird rund 250.000 Arbeitnehmer in zentralen Büros und Verwaltungsdiensten direkt betreffen. Für diese Mitarbeiter bedeutet dies eine Reduzierung von 2,5 Stunden pro Woche gegenüber der aktuellen Arbeitszeit von 37,5 Stunden.

Ausnahmen von der regelung
Es gibt jedoch Ausnahmen. Mitarbeiter in operativen Bereichen mit besonderen Regelungen und dem Bedarf an kontinuierlichem Dienst, wie z.B. das militärische Personal der Streitkräfte, die Polizei (Nationale Polizei und Guardia Civil) sowie Beamte in Justizvollzugsanstalten, fallen nicht unter die neue Regelung. Auch Mitarbeiter in Schulen, Krankenhäusern und anderen staatlichen Einrichtungen sind ausgeschlossen, was von den Gewerkschaften als ein großes Hindernis angesehen wird.

Forderungen der gewerkschaften
Gewerkschaften, insbesondere CSIF (Syndikat der öffentlichen Dienstbeschäftigten), fordern, dass die endgültige Formulierung der Maßnahme zu Grundnormen wird und auf das gesamte Personal der AGE (Administración General del Estado) angewendet wird, ohne Ausnahmen, sowie auf den gesamten öffentlichen Sektor. Sie plädieren für eine Umsetzung durch Königlichen Erlass oder ministerielle Anweisung, um die Unabhängigkeit von den jährlichen Staatshaushaltsetats zu gewährleisten.

Teilzeit-ruhestand: neue möglichkeiten
Parallel dazu wurden 1.049 Stellen für den Teilzeit-Ruhestand ausgeschrieben. Die Auswahlverfahren für festangestellte Nachfolger sollen zwischen April und Mai stattfinden. Die Reform des Teilzeit-Ruhestands, der es Beamten ermöglicht, ihre Arbeitszeit zu reduzieren und gleichzeitig Rente und Gehalt zu beziehen, wurde durch administrative Komplexitäten und die Einführung von Nachfolgerpflichten verzögert.
Herausforderungen bei der nachbesetzung
Das neue System, das derzeit noch rund 1.000 Beamte im Ungewissen lässt, erfordert festangestellte Nachfolger in Vollzeit, was mit öffentlichen Wettbewerbsverfahren verbunden ist, die sich über Monate hinziehen können. Dies führt zu einer Blockade in der Verwaltung. Die Gewerkschaften betrachten dieses Angebot von Arbeitsplätzen als eine Art “Notlösung”, bis das System reformiert ist, um die Integration der Nachfolger zu erleichtern, sobald ein Beamter den Teilzeit-Ruhestand beantragt.
Nächste schritte und verpflichtungen
Die Reformulierung des Systems obliegt der Sozialversicherung. Das zuständige Ministerium hat sich im Oktober verpflichtet, “neue Formeln” in den kommenden Wochen zu aktivieren, bislang jedoch ohne Fortschritte. Die Einführung der 35-Stunden-Woche stellt somit einen bedeutenden Schritt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für viele spanische Beamte dar, auch wenn noch einige Herausforderungen zu bewältigen sind.