Arbeitsausfälle: spanien kämpft mit milliarden-schuld – reformen drohen

Spanien steht vor einer massiven Krise: Die Arbeitsausfälle nehmen dramatische Züge an und belasten die Wirtschaft mit Milliarden.

Ceoe fordert radikale reformen der arbeitszeitregelung

Ceoe fordert radikale reformen der arbeitszeitregelung

Die Gewerkschaft CEOE hat den Druck auf die Regierung massiv erhöht, das System für Arbeitszeitverkürzungen grundlegend zu überarbeiten. Die Forderung: Die Sozialversicherung soll die Kosten für Arbeitsunfähigkeitsbezüge der ersten 15 Tage vollständig übernehmen, bis eine umfassende Lösung gefunden ist.

Die Entwicklung ist alarmierend. Innerhalb eines Jahrzehnts sind die wirtschaftlichen Auswirkungen der Arbeitsausfälle um das Dreifache auf 33 Milliarden Euro geschätzt – im Jahr 2025. Diese Summe macht Arbeitsausfälle zur zweitgrößten Belastung für die spanische Wirtschaft, nur hinter den Rentenaufwendungen.

Bisher trugen die Unternehmen 17 Milliarden Euro, die Sozialversicherung 16 Milliarden. Die Organisation sieht die aktuelle Kostenverteilung als nicht mehr tragbar an.

Die Debatte um die Reformen kulminiert in Madrid, wo über 20 Unternehmensführer an einer Konferenz teilnahmen, die als „Todos contamos. Absentismo x IT“ bezeichnet wurde. Die Teilnehmer betonten den „strukturellen“ Charakter des Problems.

1,4 Millionen Arbeitnehmer brachten 2025 keinen Tag aufgrund von Arbeitsunfähigkeitsbezügen in die Arbeitswelt. Garamendi, der Chef der CEOE, betonte, dass dies kein reines Unternehmensproblem sei, sondern ein Gesundheitsthema mit sozialen und wirtschaftlichen Folgen.

Die Hauptforderung ist eine Übernahme der Kosten durch die Sozialversicherung für die ersten 15 Tage der Arbeitsunfähigkeitsbezüge, bis eine dauerhafte Lösung gefunden wird. Die CEOE sieht dies als vorübergehend an, bis das Gesundheitssystem und die Verwaltung von Arbeitsunfähigkeitsbezügen verbessert werden.

Derzeit sind fast 69 % der Arbeitsunfähigkeitsbezüge weniger als 15 Tage lang. Eine Übertragung der Kosten auf die Sozialversicherung würde die Unternehmen erheblich entlasten.

Die Ursachen für die dramatische Zunahme der Arbeitsunfähigkeitsbezüge sind vielfältig. Die Sozialversicherung plant ab 2026, die Kosten zu teilen: Unternehmen tragen von Tag 4 bis 15 (60 % der Basisregelung), ab Tag 16 übernimmt die Mutua oder der INSS (75 %). Bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten übernehmen Mutuas und INSS von Tag 1 an die volle Leistung.

Die CEOE kritisiert dieses Modell als veraltet und fordert mehr Kontrollen und eine stärkere Rolle der Mutuas bei der Verwaltung der Arbeitsunfähigkeitsbezüge. Garamendi schlägt vor, die Anzahl der Ärzte und Prüfer in den Gesundheitsdiensten und dem INSS deutlich zu erhöhen sowie die Kompetenzen der Mutuas zu stärken. Die Kontrollen für Langzeit-Arbeitsunfähigkeitsbezüge sollen zudem früher beginnen, beispielsweise nach 3, 6 und 9 Monaten.

Kleine Unternehmen und Selbstständige sind besonders betroffen. Die CEOE warnte vor den schwerwiegenden Folgen einer längeren Arbeitsunfähigkeit für ein kleines Unternehmen. Die Organisation forderte „realistische und wirksame“ Lösungen, um die Nachhaltigkeit des Systems zu gewährleisten.

Die steigenden Arbeitsunfähigkeitszahlen werden auf den Überlastung des öffentlichen Gesundheitssystems und die Koordinationsprobleme zwischen den autonomen Regionen und dem Zentralstaat zurückgeführt. Die CEOE plant eine stärkere Finanzierung des Gesundheitssystems und des INSS sowie eine bessere Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Behörden.

So steht Spanien vor einer immensen Herausforderung. Die Reformen sind nicht nur eine Frage der Wirtschaft, sondern auch der sozialen Gerechtigkeit. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Regierung die notwendigen Schritte einleiten kann, um das System zu stabilisieren und die Arbeitsausfälle einzudämmen.