Aufwind für maschinisten: otis-chef verrät geheimnis des arbeitsmarktes
Die Skyline deutscher Städte mag sich kaum verändern, doch hinter den Kulissen des Aufzugsbetriebs schlägt ein ungewöhnlich starkes Herz. Während andere Großkonzerne massiv entlassen, sichert sich Judy Marks, CEO von Otis, eine stabile Zukunft für ihre 72.000 Mitarbeiter – und das vor allem dank einer überraschenden Entwicklung.
Ein beruf mit zukunft – trotz ki-hype
Marks' Blick auf die Zahlen ist unmissverständlich: Seit der Trennung von der Muttergesellschaft im Jahr 2020 ist die Belegschaft um beachtliche 12,5 Prozent auf 45.000 Personen angewachsen. Die Nachfrage nach qualifizierten Maschinisten steigt – und zwar rasant. Die Arbeitsagentur prognostiziert sogar ein Wachstum von 5% bis 2034, was eine Steigerung von 2% über dem Durchschnitt für alle Berufe bedeutet. Das ist kein vorübergehender Hype, sondern eine fundamentale Verschiebung.
Und das Beste: Die Mechaniker und Reparateure von Otis sind vor den Befürchtungen einer Automatisierung durch Künstliche Intelligenz weitgehend gefeit. Marks betont, dass menschliche Expertise in diesem hochregulierten Sektor unerlässlich ist – komplexe Wartungsarbeiten und Reparaturen erfordern ein Verständnis, das Roboter derzeit nicht bieten können. „Das ist eben ein Handwerk“, sollte man nicht unterschätzen.

Langzeitengagement und perspektiven
Was Otis von vielen anderen Unternehmen unterscheidet, ist die lange Bindung seiner Mitarbeiter. Marks berichtet von einer nahezu gleichmäßigen Verteilung zwischen Technikern mit weniger als fünf Jahren Erfahrung und solchen mit über 30 Jahren Betriebszugehörigkeit. Es gibt diesen klassischen ‘Silberstreif’ nicht. Das Unternehmen bietet sogar ein duales Ausbildungsprogramm an, das junge Menschen ab 18 Jahren in die Berufswelt einführt – zunächst als Helfer, später mit einem umfassenden Service-Lehrgang und einer anschließenden Zertifizierung.
109.820 US-Dollar – das war im Mai 2025 das durchschnittliche Bruttojahresgehalt der Maschinisten in den USA. Der 90. Perzentil liegt sogar bei 158.890 US-Dollar. Ein lukratives Handwerk, das zudem die Möglichkeit bietet, sich durch ein Stipendium für ein Hochschulstudium weiterzubilden. Otis investiert also nicht nur in die Gegenwart, sondern auch in die Zukunft ihrer Mitarbeiter.
Die Zahlen sprechen für sich: Die Mechanik von Aufzügen ist ein Beruf mit Zukunft – und das ohne Angst vor der digitalen Revolution.