Renault schrumpft: massive entlassungen im ingenieurwesen drohen

Der französische Autohersteller Renault steht vor einem radikalen Umbruch. Bis 2024 sollen bis zu 20 Prozent der globalen Ingenieurdienstleistung reduziert werden – das entspricht potenziell über 2.000 Arbeitsplätzen in der Ingenieursabteilung.

Chinesischer druck und strategische neuausrichtung

Das Unternehmen, das unter dem Druck wachsender Wettbewerber, vor allem aus China, leidet – insbesondere durch BYD – plant, seine Betriebsabläufe zu optimieren. Renault sieht sich zunehmend mit dem aggressiven Preisdruck der chinesischen Hersteller konfrontiert, die mit innovativen, kostengünstigen Elektroautos punkten.

Während bestimmte Aktivitäten, wie initiale Designprojekte und die Entwicklung neuer Technologien bis zur Konzeptphase, weiterhin in Frankreich, vor allem im Technocentre bei Paris, angesiedelt bleiben, wird die operative Verantwortung für die strategische Ausrichtung und die konkreten Reduktionsmaßnahmen an die einzelnen Landesgesellschaften delegiert.

Entlassungen nach projekt zugewiesen

Entlassungen nach projekt zugewiesen

Bis zum Sommer sollen die jeweiligen nationalen Führungskräfte die Entlassungspläne für ihre zugewiesenen Projekte vorlegen. Philippe Brunet, neuer technischer Leiter, soll eine vereinfachte Organisationsstruktur etablieren. Dieser Schritt dient dazu, die Kosten zu senken und sich auf die Kernkompetenzen zu konzentrieren. Die Reduzierung der Personaldecke erfolgt bereits seit Juli unter der Leitung von CEO François Provost, mit dem Ziel, die Produktion von Modellen wie dem R5 und dem Clio zu beschleunigen.

Bloomberg berichtet, dass die Aktien von Renault in diesem Jahr bereits um 12 Prozent gefallen sind. Der Hersteller versucht, von den Erfahrungen in China zu lernen, wo er Komponenten von chinesischen Zulieferern und seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Shanghai nutzt, um das Twingo Elektroauto zu entwickeln – zu einem Preis von unter 20.000 Euro.

Laurent Giblot von der Gewerkschaft CGT warnt vor den Folgen: „Der Abbau unserer Ingenieursabteilung ist höchst besorgniserregend.“ Die drohenden Entlassungen stellen eine massive Herausforderung dar, um die ambitionierten Ziele von 36 Modellen bis 2030 zu erreichen. Es bleibt abzuwarten, ob Renault diese Ziele mit der neuen, schlankeren Struktur tatsächlich verwirklichen kann.