Blue origin scheitert – satellit in falscher umlaufbahn”,n
Ein bittersüßer Tag für Blue Origin: Der dritte Flug seines neuen Trägers New Glenn endete mit einer verpassten Mission. Während das Unternehmen von Jeff Bezos’ Space-Imperium einige Rekorde verbuchte, landete der Satellit von AST SpaceMobile in einer völlig falschen Umlaufbahn – und gilt im Grunde als verloren.
Ein gigant mit einem katastrophalen fehler
Der New Glenn, der den New Shepard ablöst, ist ein beeindruckendes Stück Technik: Mit einer Höhe von 98 Metern und einer Tragfähigkeit von bis zu 45.000 Kilogramm stellt er eine deutliche Steigerung gegenüber dem New Shepard dar. Die eigentliche Herausforderung des NG-3 bestand darin, den Falcon 9 von SpaceX in Reichweite zu kommen und dabei erstmals einen wiederverwendbaren Raketenkörper einzusetzen sowie ein automatisiertes Landen zu demonstrieren – ein Ziel, das jedoch unerwartet scheiterte.
Der Start von Cabo Caveral am vergangenen Sonntag war ein wichtiger Testlauf. Die Trennung der ersten Stufe verlief erfolgreich, und der Landungssystem der ersten Stufe, eine Jacklyn-Plattform, funktionierte wie gewünscht. Ein spektakulärer Anblick, der die Präzision des Systems demonstriert. Elon Musk, der Kopf von Tesla und SpaceX, lobte Bezos auf X – eine nette Geste, die aber nur eine Stunde später von Blue Origin mit einer Pressemitteilung relativiert wurde: „Die Nutzlast wurde in eine unnominale Umlaufbahn gebracht.“ Einfacher ausgedrückt: Die Rakete hat sich vertisch bewegt.
Die Raumfahrtbehörde NASA hat die Fehlposition des Satelliten mit 460 Kilometern Höhe bestätigt, verglichen mit den geplanten 460 Kilometern. Die Frage, warum die Nutzlast überhaupt in eine falsche Umlaufbahn befördert wurde, bleibt unbeantwortet. Die Tatsache, dass die zweite Stufe des New Glenns nach dem Flug zerstört wird, macht die Fehlfunktion irrelevant. Es ist ein teures Missgeschick, das Blue Origin vor große Probleme stellen könnte.

Bluebird 7 – ein verlorenes vermögen
Es geht um den BlueBird 7, ein hochmodernes Satellitensystem von AST SpaceMobile, das Teil eines geplanten Netzwerks von 60 Satelliten werden sollte. Damit sollte eine 5G-Internetverbindung direkt aus dem Orbit angeboten werden. Obwohl der nächste Start mit BlueBird 8, 9 und 10 im nächsten Monat geplant ist, ist der Verlust des BlueBird 7 ein schwerer Rückschlag für das Unternehmen. Es ist nicht nur der Satellit selbst, der verloren geht, sondern auch die Technologie und die Ressourcen, die in seine Entwicklung investiert wurden.
Die FAA wird die Ursachen für den Vorfall untersuchen. Und das ist wichtig, denn das Vertrauen in Blue Origin – und insbesondere in Jeff Bezos’ Vision – ist alles. Ein weiteres Versagen könnte die langfristigen Pläne des Unternehmens gefährden. Die Konkurrenz durch SpaceX wird umso härter, je mehr Fehler Blue Origin begeht. Die Abhängigkeit von AST SpaceMobile und die damit verbundene Komplexität der Satellitennetzwerke sind ein potenzielles Risiko. Die Sicherung dieser Satelliten ist komplex und aufwändig, insbesondere bei solchen hochspezialisierten Systemen.

Die zukunft hängt von der präzision ab
Blue Origin hat bereits zahlreiche Starts für das kommende Jahr geplant, darunter die Integration von Satelliten des Amazon-Konzerns in das Leo-Netzwerk. Es gibt keine Möglichkeit, weitere Fehler zu begehen. Die Konkurrenzsituation mit SpaceX ist intensiv, und jede Verschiebung kann das gesamte Projekt gefährden. Die nächste Mission muss perfekt sein – ein Fehler hier könnte das gesamte Unternehmen in den Ruin treiben.