Luna-feuer: nasa testet brandungsgefahr in mond-habitats
Die NASA plant den
Bau einer dauerhaften Mondbasis – und damit eine Reihe von Fragen, die dringend beantwortet werden müssen. Ein entscheidender Punkt: Wie verhält sich Feuer auf der Mondoberfläche? Eine unbemannte Mission, die bereits in diesem Jahr gestartet werden könnte, will genau das herausfinden.Ein brand auf dem mond – eine ungewohnte herausforderung
Die Vorstellung eines Feuers auf dem Mond mag zunächst absurd erscheinen, doch es ist mathematisch nicht auszuschließen. Da auf dem Mond keine Atmosphäre existiert, ist ein herkömmlicher ‘offenes’ Brandfeuer unmöglich. Stattdessen wird die NASA untersuchen, wie sich ein Feuer in einem geschlossenen Raum verhält. Der Schlüssel liegt in der veränderten Schwerkraft, die sich von der Erde, dem Weltraum und der Mondoberfläche unterscheidet.
Experimente mit Feuer im Weltraum, beispielsweise an Bord der Northrop Grumman Cygnus-Raumschiffe, haben gezeigt, dass sich die Flamme von einer typischen, sich ausdehnenden Säule in eine kugelförmige Form verwandelt. Das liegt daran, dass die fehlende Schwerkraft die natürliche Konvektion, die die Flamme auf der Erde stabilisiert, verhindert. Die NASA vermutet, dass auch auf der Mondoberfläche Materialien, die auf der Erde unbrennbar sind, unter den veränderten Bedingungen brennbar werden könnten.

Der ‘neue virrey’ der luna und das fm2-experiment
Um diese Hypothese zu überprüfen, hat die NASA das ‘Inflamability of Materials on the Moon’ (FM2)-Experiment entwickelt. Dabei soll die Entzündbarkeit verschiedener Materialien unter Verwendung des standardisierten Tests NASA-STD-6001B untersucht werden. Dieser Test besteht darin, eine Flamme von 15 Zentimetern Länge auf ein Material zu richten. Brennt das Material länger als 15 Zentimeter oder entstehen Rückstände, schlägt das Material fehl. Das Ziel ist es, die sichersten Materialien für die Konstruktion der ersten Mondbasen und Lagerhallen zu identifizieren – also solche, die vor einem möglichen Brand beständig sind.
Die Mission, die voraussichtlich Ende des Jahres starten soll, sieht vor, dass ein Rover die Mondoberfläche erreicht und in seinem Inneren ein kleines Habitat für das Verbrennen von vier Proben fester Brennstoffe einrichtet. Kameras, Radiometer und Sauerstoffsensoren werden das Verhalten des Feuers messen. Die Reise zur Mond ist ein völlig neues Erlebnis, und für die Wissenschaft bedeutet das nur eine Sache: Experimentieren und die Ergebnisse studieren.
Die NASA hat Carlos García-Galán, einen spanischen Wissenschaftler, als ‘neuen Statthalter der Luna’ bezeichnet. Seine Expertise ist entscheidend für diesen Experiment. Die Ergebnisse des FM2-Tests werden einen direkten Einfluss auf die Sicherheitsstandards für zukünftige Mondbasen haben – und das ist alles andere als trivial.